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EOS-Standortleiter Markus Birner präsentiert verschiedene Modelle, die im 3D-Druckverfahren hergestellt worden sind.

In Gernlinden werden die modernsten Maschinen montiert

Drucken in drei Dimensionen

In der ehemaligen Societätsdruckerei in Gernlinden wird wieder gedruckt. Das Kraillinger Unternehmen EOS, Weltmarktführer beim industriellen 3D-Druck, verpasst seinen Geräten dort den letzten Schliff, bevor sie an Kunden rund um den Globus gehen. Ein Besuch in einem technologischen Mikro-Kosmos.

Gernlinden – Den Stein der Weisen haben sie in Gernlinden zwar nicht gefunden. Aber was sich da in den unscheinbaren weißen Maschinen abspielt, kommt dem Wunsch der Alchemisten schon sehr nahe. Unscheinbares Metall- oder Kunststoffpulver verwandelt sich in den Apparaten mittels Lasertechnologie in Gegenstände und Formen aller Art – Grenzen setzt dabei nur die Phantasie (Kasten). 3D-Druck nennt sich das Ganze. Und wie die Alchemie hat auch diese Technologie das Zeug dazu, die Welt zu revolutionieren – mit dem Unterschied, dass der 3D-Druck tatsächlich funktioniert.

Gedruckt – oder gesintert, wie die Experten sagen – wird in Gernlinden aber nur zu Testzwecken. In der großen Produktionshalle, wo früher druckfrische Zeitungen abgepackt wurden, montieren Techniker jetzt die weißen Wundermaschinen und prüfen sie auf Herz und Nieren. Wenn sie beim Kunden landen, soll alles passen. Schließlich legen Autobauer, Flugzeughersteller, Medizintechnik oder Raumfahrt bis zu 1,5 Millionen Euro für einen 3D-Drucker auf den Tisch. Der kann dafür Teile herstellen, die sich Designer und Produktplaner bisher nicht in ihren kühnsten Gedanken hätten vorstellen können.

Langfristige Pläne

Dass die Träume der produzierenden Kundschaft tatsächlich in Erfüllung gehen, dafür sorgt Markus Birner. Der 46-Jährige leitet den Standort an der Lise-Meitner-Straße. Vor einem Jahr hat der Ingenieur für Feinwerk- und Mikrotechnik mit rund 60 Technikern und Logistikern das Areal ganz im Norden von Gernlinden bezogen. „Das Gebäude ist fast ideal für uns geschnitten“, sagt Birner. Außerdem sei die Anbindung zum Hauptquartier in Krailling, nach München und zum Flughafen, von wo die Maschinen in alle Welt verschickt werden, sehr gut. Birner: „Und es war frei.“

In Gernlinden will das Unternehmen langfristig bleiben, sagt der Standort-Chef. Der aktuelle Mietvertrag mit dem Projektentwickler BEOS (nicht verwandt oder verschwägert) läuft zehn Jahre. Und auch darüber hinaus kann sich Birner gut vorstellen, im Maisacher Ortsteil zu bleiben. „Hier kann man wachsen“, erklärt der Ingenieur. Das sei ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für Gernlinden gewesen.

Quasi als Beweis für seine langfristigen Ambitionen lässt EOS in Gernlinden momentan auch kräftig bauen. Ein Teil des Gebäudes wird aufgestockt und bekommt eine zweite Etage. Außerdem wird eine Kantine eingebaut. Bis Jahresende soll so insgesamt ein gutes Dutzend neuer Arbeitsplätze in Gernlinden entstehen.

von Tobias Gehre

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