Spenden ohne Ende: Toilettenpapier, Kleider, Betten, Decken und vieles mehr türmt sich in dem Gewerbehof in Gernlinden, der kurzerhand zur Sammelstelle wurde. 
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Spenden ohne Ende: Toilettenpapier, Kleider, Betten, Decken und vieles mehr türmt sich in dem Gewerbehof in Gernlinden, der kurzerhand zur Sammelstelle wurde. 

Gernlinden

Überwältigende Hilfsbereitschaft: Sie alle wollen die Flutopfer unterstützen - „wurden überrannt“

  • Eva Strauß
    VonEva Strauß
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Die Flutkatastrophe in Westdeutschland und das Hochwasser in Teilen Südbayerns rufen im ganzen Land Helfer auf den Plan – auch in Gernlinden.

Gernlinden – Die Aktion fing ganz klein an und übertraf schnell die kühnsten Erwartungen der Initiatoren. Neben Privatleuten beteiligten sich Firmen. Ein Lokal brachte sogar Verpflegung zum Sammelplatz.

„Wir sind richtig überrannt worden“, berichtet Steffi Nader, eine der Organisatorinnen. Schon den ganzen Samstag über kamen vollgeladene Autos. Der Gewerbehof im Oberweg war kurzerhand zur Sammelstelle umfunktioniert worden. Am Sonntag hatte sich die Aktion herumgesprochen, und es kamen immer mehr Menschen mit Sachspenden.

Er hatte die Idee: Ingolf Eichler wollte seinen Bekannten im Norden helfen. 

Anwohner unterstützten die Helfer dabei, die Spenden auszuladen und zu sortieren. Auch Gemeinderat Peter Aust packte mit an. „Der stand einfach am Sonntagmorgen da und wollte helfen“, so Steffi Nader. Am Abend schreibt Aust auf seiner Facebook-Seite: „Ich bin immer noch überwältigt von der immensen Hilfsbereitschaft der Menschen hier aus Gernlinden und Umgebung.“

Dabei hatte alles bescheiden angefangen. Ingolf Eichler, ein Mitarbeiter der Firma Auburger, die den Gewerbehof mit drei anderen Betrieben nutzt, hatte die Idee. „Er hat Bekannte dort und wollte was machen“, erzählt Steffi Nader. Also wurden Leute zusammengetrommelt, die Aktion wurde über die sozialen Netzwerke publik gemacht. „Und jeder von uns hat tolle Connections.“

Einige der Helfer (hinten v.l.): Wladi Nader, Peter Aust, Niklas Eisenhaut, Philipp Reichelmeier (vorne v.l.) Steffi Nader, Selina Pape und Andreas Wenhart. 

Immer mehr erfuhren von der Hilfsaktion. Ein Containerdienst in direkter Nachbarschaft zu dem Gewerbehof, stellte spontan Container zur Verfügung, als die Lagerräume nicht mehr ausreichten. Ein Supermarkt in Maisach spendete Duschgel und Wasser, Speditionen stellten ihre Lkw zur Verfügung, und ein Gernlindner Lokal versorgte die Helfer spontan mit Schnitzel. Der Strom an Spenden wollte einfach nicht abreißen. „Zum Teil haben die Leute auch neu gekaufte Sachen gebracht“, berichtet Steffi Nader.

Am Sonntagnachmittag konnten bereits sieben Fuhren mit Pickups und Anhängern gen Norden gebracht werden. Sattelschlepper der Gernlindner Spedition sollen folgen. Wie Steffi Nader erklärt werden die Spenden in kleinere Lager gebracht, mittlerweile auch nach Südbayern. „Wir telefonieren die ganze Zeit, dann werden die Sachen dorthin gebracht, wo sie gerade am dringendsten gebraucht werden.“ Auch aus Österreich kämen inzwischen Anfragen.

Die Aktion

Aufgrund der großen Resonanz läuft die Spendenaktion noch bis Freitag, allerdings auf Sparflamme, wie Steffi Nader sagt. „Denn wir müssen ja alle wieder arbeiten.“ Wer spenden möchte, soll Kontakt über Facebook aufnehmen. In der Gruppe „Du kommst aus der Gemeinde Maisach, wenn...“ sind Posts zur Hilfsaktion zu finden.

Mehr zur Katastrophe in merkur.de

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