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Stark als Gemeinderatsmitglied beim Stück „Lügenglocke“ 1994.

Porträt 

Er steht seit 40 Jahren auf der Bühne

Rudi Starks Herz schlägt für die Schauspielerei. Genauer: für das Spielen bei der Heimatbühne Gernlinden. Seit 40 Jahren ist er Mitglied im Theaterverein. Aber auch hinter den Kulissen übernimmt der Hobby-Schauspieler viele Aufgaben. Für seine Kollegen ist er aus der Gemeinschaft nicht wegzudenken.

Gernlinden – Angefangen hat Starks Schauspiel-Laufbahn im Jahr 1977. Damals war die Gernlindener Heimatbühne auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Der heute 67-Jährige wurde ohne sein Wissen von seinem Schwager angemeldet. „Er dachte, es würde zu mir passen“, erzählt der Rentner. „Weil ich immer viel Unsinn im Kopf hatte.“ Aber die erste Bühnenerfahrung habe er schon zu Schulzeiten gesammelt, so Stark. „Wenn es ein Krippenspiel oder eine Aufführung bei einer Weihnachtsfeier gab, war ich dabei.“

Zu Beginn bei der Heimatbühne schlüpfte Stark meist in die Rolle des jungen Liebhabers. Später spielte er Polizisten, Bürgermeister und auch Richter. „Ich bin quasi aufgestiegen“, sagt der ehemalige Fußballer und lacht. Mittlerweile seien noch weitere Aufgaben hinzugekommen. „Seit zehn Jahren bin ich Vorstand. Außerdem kümmere ich mich um den Bühnenbau.“

Zwei verschiedene Stücke führen die Mitglieder des Gernlindener Theatervereins jedes Jahr an jeweils vier Wochenenden auf. Mit den Proben entspricht das einem Zeitaufwand von rund drei Monaten. „Das ist nicht gerade familienfreundlich“, gibt der ehemalige Spengler zu. Da sei es das Beste, die Frau mit ins Boot zu holen, so Stark. „Irgendwas gibt es immer zu helfen.“

Aufführung des Stücks „Brautschau Kat´l“ im Jahr 1984: Rudi Stark spielte einen Polizisten. Während er anfangs oft den jungen Liebhaber gab, schlüpfte er später dann auch andere Rollen.

Aber nicht nur Starks Partnerin ist im Verein aktiv. Auch seine Enkelin Stephie Stark engagiert sich. „Sie spielt selbst und ist Schriftführerin. Da bin ich schon sehr stolz“, gibt der Vereinsvorsitzende zu. Die Heimatbühne ist für Stark etwas ganz Besonderes. „Es ist ein heimeliger Verein. Wir verstehen uns alle sehr gut“, betont Rudi Stark.

Und auch der Erfolg bleibt nicht aus. „Bei jedem Auftritt sind rund 200 Zuschauer da“, versichert der gebürtige Neu-Estinger. Besonders der schöne Saal im Bürgerzentrum sei ein großer Vorteil. „Das ist schon was wert.“

Der Theaterverein soll auch in Zukunft die Zuschauer begeistern. Dafür sorgen auch die engagierten jugendlichen Mitglieder. „Wir haben viele junge Leute dabei, die freiwillig mitarbeiten“, sagt Stark. Das sei bei einem traditionellen Bauerntheater nicht selbstverständlich. Die jungen Aktiven sichern das Bestehen der Gemeinschaft. Und müssen irgendwann die Rollen der Alteingesessenen übernehmen. „Bei uns Älteren lässt irgendwann der Kopf nach. Aber ich spiele weiter, so lange es geht“, verspricht Stark.

Beim Theater gehört es dazu, dass mal etwas schief geht. Doch die Laienschauspieler sind geübt darin, das geschickt zu überspielen. Und wenn mal bis zur letzten Aufführung alles glatt gelaufen ist, dann gibt es besondere Rituale. „Wenn gar nix passiert, dann tut einer dem anderen mit Absicht etwas an.“ Von der Wasserdusche bis hin zum echten Schnaps statt dem erwarteten Wasser im Glas ist alles dabei. Rudi Stark erzählt: „Das gehört bei uns dazu. Und alle wissen: Wem man was antut, den mag man.“

Von Alexandra Müller

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