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Ortstermin auf dem Rappenglitz-Areal: Simon Socher (vorne) hat den Petitionsausschuss des Landtages angerufen. Bei dem Rundgang auf dem Firmengelände war auch Bürgermeister Hans Seidl (2.v.r.) mit dabei.

Rappenglitz-Areal

Neue Runde im Nachbarschaftsstreit

Weil sie seiner Ansicht nach zu viel Lärm verursacht, hat sich ein Gernlindner über die Messebaufirma Rappenglitz beschwert. Im Herbst soll der Petitionsausschuss des Landtags entscheiden. Zuvor sprachen beide Parteien bei einem Ortstermin miteinander.

Gernlinden – Es wird ein Gespräch unter vier Augen geben. Darauf einigten sich Simon Socher, der den Petitionsausschuss angerufen hatte, und Michael Lex, Geschäftsführer der Firma Rappenglitz, beim gestrigen Ortstermin. Allerdings hatte es die Landtagsabgeordneten Christian Magerl (Grüne) und Karl Straub (CSU) einige Mühe bereitet, ehe es zumindest zu dieser Entscheidung kam.

Simon Socher hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass die Firma Sonn- und Feiertagsruhe störe. Weil das Unternehmen Rappenglitz erweitern möchte, fürchtet er noch mehr Lärmbelästigung. Da sich die Messebaufirma laut Socher in der überlegenen Position befindet, müsse sie ihm zufolge Rücksicht nehmen.

Lex hielt dem entgegen, dass er bei entsprechender Auftragslage flexibel reagieren müsse. „Vor allem, wenn Messen stattfinden. Ist das nicht möglich, können wir zumachen.“ In aller Regel werde von Montag bis Freitag zu den allgemeingültigen Betriebszeiten gearbeitet, so der Rappenglitz-Geschäftsführer. Man habe sogar Elektro-Gabelstapler gekauft, um den Betrieb außerhalb der Hallen möglichst leise zu halten.

Wohl im Herbst befasst sich der Petitionsausschuss mit dem Thema

Der Abgeordnete Karl Straub warb um Verständnis für die Messebaufirma, die derzeit 70 Mitarbeiter fest beschäftigt. „Die arbeiten sonntags nicht zum Spaß“, betonte er. Sochers Sohn Bernd kritisierte, man dürfe nicht ständig ein Auge zudrücken. Sein Vater hatte im Verlauf der Streitigkeiten Geschäftspartner von Rappenglitz angeschrieben und auf die Lärmbelästigung durch die Firma hingewiesen. Ein Unding für Lex: „Das ist nicht meine Vorstellung von Dialog.“

Dass auch Landrat Thomas Karmasin und Maisachs Bürgermeister Hans Seidl bei dem Termin vor Ort waren, zeigt, welche Dimensionen die Auseinandersetzungen angenommen haben. Seidl machte darauf aufmerksam, dass Socher vor vielen Jahren in der Nähe des Rappenglitz-Areals ebenfalls gewerblich tätig war – und vermutlich Lärm verursacht hat. Er hatte ein Betonsteinwerk betrieben.

Für die Erweiterung des Messebauers wollte der Gemeinderat einen Teil des Außengebiets in ein Mischgebiet umwandeln. Denn der Gemeinderat möchte den Wegzug der Firma verhindern.

Voraussichtlich Ende Oktober wird sich der Petitionsausschuss mit dem Thema befassen. „Es ist eine komplizierte Situation“, sagte Magerl. Er und Straub betonten, dass der Ausschuss die Planungshoheiten von Landkreis sowie Gemeinde achte und kein Gericht sei. „Wir beschweren uns nicht, wenn sich die Parteien untereinander einigen“, so Straub.

von Hans Kürzl

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