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Beate Walter-Rosenheimer (Mitte) und Andreas Hofreiter (2.v.l.) bei einem Besuch in der Asyl-Dependance am Fliegerhorst im Juli 2016. 

Warnung vor einem Pulverfass

Grüne erneuern Kritik an Asylzentrum am Fliegerhorst

 Die Grünen haben ihre Kritik an der Art der Unterbringung von Asylbewerbern am Brucker Fliegerhorst noch einmal verstärkt. 

Gernlinden –Auf einer Versammlung in Gernlinden sprach der Kreisvorsitzende Andreas Birzele von einem menschenunwürdigen Umgang mit den Geflüchteten. In der Erstaufnahmeeinrichtung entstehe durch fehlende Beschäftigung und ungewisse Zukunft ein Pulverfass.

Mehrere Redner meinten aber, dass solche abschreckenden Verhältnisse politisch durchaus gewollt seien. Auch der CSU-Landrat befördere die Perspektivlosigkeit, meinte der Maisacher Grünen-Ortsvorsitzende Alexander Reichert. Denn sinngemäß sage Thomas Karmasin: „Ihr bleibts eh nicht hier, schauts, dass weiter kommts.“ Aus eigener Anschauung kennt die Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer die Situation auf Fursty. Ihre Visite in der Einrichtung war zwar lange verzögert worden, was die Juristen der Grünen in Berlin für rechtlich fragwürdig halten. Aber beim eigentlichen Besuch gab es keine Rede- und Besichtigungseinschränkungen. Das größte Problem aus Sicht der Parlamentarierin sind die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten für Frauen und der Umstand, dass junge Mütter nicht einmal einen Brei für ihre Kleinkinder kochen dürfen.

„Die haben nichts zu verlieren“

Dass es anders geht, zeigten ihr Besuche im weitläufigen Ankerzentrum Manching und in Deggendorf, wo die Asylbewerber in einer alten Industrieanlage untergebracht sind. Hier wie dort gibt es Möglichkeiten zum Auslauf draußen, Spielzimmer und getrennte Frauenhäuser. Insgesamt diene der bayerische Sonderweg mit den Ankerzentren aber „definitiv der Abschreckung“.

So sah man es auch im Publikum. Es sei ja in Ordnung, dass man sich vor Ort von den Verhältnissen im Fliegerhorst überzeuge, meinte ein Mitglied. „Aber eigentlich sollten die gar nicht da sein, sondern dezentral untergebracht werden.“ Eine Teilnehmerin fragte nach der psychiatrischen Versorgung und stationärer Aufnahme von „Kindern und Jugendlichen, die am Ende sind“.

Natürlich gebe es zu wenige Therapeuten, zu wenige Dolmetscher und zu wenige Plätze in psychiatrischen Einrichtungen, sagte Walter-Rosenheimer. Aber Perspektivlosigkeit könne man nicht „wegtherapieren“, meinte der Puchheimer Stadtrat Manfred Sengl. Das Konzept, viele Schwarzafrikaner ohne Bleibeperspektive in Bruck zu konzentrieren, sei darauf angelegt, dass „es einen Knall gibt“. 80 Prozent der Flüchtlinge am Fliegerhorst sind aus Nigeria, einem Staat mit 250 Volksstämmen, verschiedenen Sprachen und Kulturen, wie ein landeskundiger Teilnehmer berichtete. „Ich wäre auch hier, wenn ich dort aufgewachsen wäre,“ meinte er. „Die haben nichts zu verlieren.“ (op)

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