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Im Tunnel-Dschungel: Schüler dürfen mit einem Graffiti-Künstler die Unterführung am Bahnhof.

Projekt in Maisach

Eine ganze Schule voller kleiner Künstler

Jeder ist ein Künstler – oder kann zumindest Spaß am Gestalten haben. Das bewiesen die Buben und Mädchen der Grundschule Maisach nun bei einem besonderen Projekt. Die Ergebnisse kann jeder bestaunen.

Maisach – Im Werkraum wird gesägt, gefeilt und geschliffen. Zur gleichen Zeit entstehen im Klassenzimmer nebenan kleine Kunstwerke aus Draht. Im Rahmen der Kunstprojektwoche vom 22. bis 26. Mai mit dem Motto „Jeder ist ein Künstler“ besuchten die Buben und Mädchen jeweils einen Workshop. Am heutigen Freitag werden alle entstandenen Werke in einer Vernissage präsentiert.

Figuren aus Draht entstehen während der fünf Projekttage im Klassenzimmer.

Jedes der Kind durfte sich im Programm seine drei Favoriten aussuchen. Dann wurden die 360 Schüler auf 20 Projekte aufgeteilt. „Das war gar nicht so einfach. Aber es ist uns gelungen, für alle etwas Passendes zu finden“, erzählt Christine Jung. Jedes Angebot werde von einem Lehrer und einem oder mehreren Elternteilen betreut, so die Schulleiterin. Außerdem waren mit Bea und Stephan Juttner sowie Karin Piede drei externe Künstler mit dabei.

Rektorin will mehr Aufmerksamkeit für Kunsterziehung

Im Werkraum arbeitet Lehrerin Angelika Schäfer mit einem Schüler an einer Trommel.

Die Schüler konnten während der Kunstwoche ihren Fantasien freien Lauf lassen. Die neunjährige Paula aus der dritten Klasse hat aus Draht einen Marienkäfer gebastelt. „Früher habe ich zu dem Insekt immer Marie-Käfer gesagt, weil meine Schwester so heißt. Drum habe ich das Tier gewählt.“

Einige Buben und Mädchen bewiesen auch handwerkliches Geschick – etwa Bau eines Cajón, also einer peruanischen Kistentrommel aus Holz. Dazu musste das Material zuerst mit der Laubsäge in Form gebracht werden. „Die Kinder kennen den Umgang mit Werkzeugen schon aus dem Handarbeitsunterricht. Da sind alle vorsichtig genug“, so Jung.

Dass ein Projekt eine ganze Woche dauert, ist ein Novum in der fünfjährigen Amtszeit der Rektorin. Es ist ihr wichtig, der Kunsterziehung mehr Aufmerksamkeit zu widmen. „Sonst drehen sich viele Veranstaltungen um Musik oder Sport. Deshalb sollte heuer es mal etwas Neues geben“, sagt die Direktorin.

Graffiti in der S-Bahn-Unterführung als Kunstprojekt

Ein besonderes Highlight erlebten zehn Viertklässler bei der Aktion „Tunnel Dschungel“. Gemeinsam mit dem Profi Stephan Juttner durften die jungen Künstler einen Teil der Maisacher S-Bahn-Unterführung besprayen. „Wichtig ist dabei natürlich der Schutz der Kinder. Deshalb müssen sie auch Atemschutzmasken tragen“, betont Jung.

Juttner hat schon einige Male mit Kindern gearbeitet. Die Spray-Aktion stellte aber eine besondere Herausforderung dar. „Wir arbeiten in einem öffentlichen Raum. Da müssen wir auch auf Passanten achten.“ Außerdem seien Fehler, die beim Sprühen passieren, nicht rückgängig zu machen. „Ein Blatt Papier kann ich jederzeit wegwerfen. Bei einer Wand ist das nicht so einfach“, sagt Juttner und lacht. Das gesamte Konzept für die Gestaltung der Unterführung wurde mit der Gemeinde entwickelt. Da bestünden bestimmte Vorstellungen und Ziele, die die Grundschüler umsetzen sollen. Aber Juttner ist sich sicher: „Wir schaffen das.“

Die Vernissage in der Grundschule Maisach

mit den Werken findet am heutigen Freitag, 26. Mai, ab 13 Uhr in der Grundschule, Riedlstraße 4, statt.

von Alexandra Müller

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