Sabrina Wulfers mit langen Haaren und mit dem gespendeten Zopf.
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Sabrina Wulfers mit langen Haaren und mit dem gespendeten Zopf.

Maisach

Haare ab: Daraus entsteht eine Perücke für ein krebskrankes Kind

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Ein Zopf aus blondem Haar, fast 30 Zentimeter lang: Diese besondere Spende der 38-jährigen Sabrina Wulfers aus dem Maisacher Ortsteil Germerswang wird bald in Form einer Perücke einem krebskranken Kind helfen.

Germerswang – Einmal nur schnappte die Schere zu, dann war Sabrina Wulfers ihre lange blonde Mähne los. Nun trägt die 38-Jährige einen kinnlangen Bob. Doch der Gang zum Friseur hatte nicht nur modische Gründe. Vor allem wollte die Mutter dreier Kinder (neun, sechs und zwei Jahre alt) etwas Gutes tun. Sie trennte sich von ihren Haaren, um sie der Deutschen Kinderkrebshilfe zu spenden.

„Ich hatte schon vor Jahren von der Möglichkeit gelesen“, erzählt die Germerswangerin. Aus Haarspenden werden Perücken für Krebspatienten hergestellt, die aufgrund einer Chemotherapie ihre eigenen Haare verloren haben. Schon öfter hatte sich die 38-Jährige vorgenommen, den wohltätigen Schnitt machen zu lassen. Doch sie erreichte nie ganz die erforderliche Länge.

Dass es nun geklappt hat, ist ironischerweise der Pandemie zu verdanken. Zweimal wollte die Bürokraft in den vergangenen Monaten zum Friseur gehen – beide Male fiel der Termin ins Wasser, weil schärfere Corona-Maßnahmen in Kraft getreten waren und der Salon wieder schließen musste.

Sabrina Wulfers beschloss, aus der Not eine Tugend zu machen und ihre Haare noch eine Weile weiter wachsen zu lassen. Dann war es soweit. Beim Friseur ließ sie sich am Hinterkopf einen Zopf flechten und abschneiden. Stolze 28 Zentimeter war er lang – das waren sogar drei Zentimeter mehr als die Mindestlänge, die für die Weiterverarbeitung notwendig ist.

Über die Internetseite www.haare-spenden.de fand sie die Adresse einer Zweithaar-Manufaktur in Nordrhein-Westfalen und schickte den Zopf dorthin. Nun wird aus ihrem Haar eine Perücke für ein krebskrankes Kind.

Sabrina Wulfers ist froh, dass sie den Schritt gemacht hat. „Seit Corona wird einem ja jeden Tag bewusst, wie glücklich man sein kann, dass man gesund ist.“ Das Thema Krebs sei durch die Pandemie in den Hintergrund geraten. Betroffene hätten weniger Unterstützung bekommen, so der Eindruck der 38-Jährigen. „Da ist es schön, wenn man mit einer guten Tat helfen kann.“

Ihre Familie war von der Aktion begeistert. „Meine Kinder haben mich auch mit kurzen Haaren wiedererkannt“, sagt Sabine Wulfers und lacht. „Und sie sagen, dass es gut aussieht.“ Sie selbst fühlt sich rundum wohl mit ihrem neuen Look. „Da ich wahnsinnig dicke und viele Haare habe und sie durch die Länge schwer waren, fühlt es sich jetzt einfach leicht an. Meinen langen Haaren trauere ich nicht nach.“

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