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Aus dem Gerichtssaal 

Hundebiss nach angeblicher Sex-Attacke

Eine Frau mit zwei Hunden und ein männlicher Passant treffen zufällig am frühen Morgen aufeinander. Ein Jahr später sehen sie sich vor dem Richter wieder.

Maisach– In den frühen Morgenstunden des 10. Februars vor einem Jahr kam es im Maisacher Gewerbegebiet zu der folgenschweren Begegnung. Eine Frau mit zwei großen, angeleinten Hunden und ein Mann trafen an einer Straßenecke aufeinander. Eine Szene, die der 39-Jährigen einen Strafbefehl wegen falscher Verdächtigung und fahrlässiger Körperverletzung eingebracht hat.

Und das war passiert: Einer ihrer Hunde hatte den 36-jährigen Münchner auf dem Weg zur Arbeit gebissen. Der Mann wurde nicht nur am Unterarm verletzt, er hatte vor Schreck auch seine Zähne so fest zusammengebissen, dass er einen halben Zahn verlor. Die Frau wollte den Strafbefehl nicht akzeptieren und legte Einspruch ein. Nun saß sie auf der Anklagebank des Brucker Amtsgerichts.

Die 39-Jährige hatte bei der Polizei eine Erklärung für die Hunde-Attacke angegeben, die von dem Opfer vehement bestritten wurde. Sie hatte ausgesagt, der Mann habe sie vor dem Biss an der linken Brust angefasst. Daraufhin sei einer der beiden Hunde auf den Münchner losgegangen. Sie habe sich bedroht gefühlt, betonte die 39-Jährige am Amtsgericht. Wann ihr Gegenüber sie an der Brust berührt haben soll, dazu aber machte sie in der Verhandlung unterschiedliche Aussagen.

Der 36-Jährige wies die Berührung weit von sich. Auf keinen Fall habe er die Frau angefasst, versicherte er.

Ein Zeuge aber hatte bei der Polizei einen ganz anderen Ablauf geschildert. Er habe gesehen, dass zwei Hunde auf einen Mann zugejagt seien – eine Frau hinter sich herziehend. Irgendwann habe die Frau die Tiere nicht mehr halten können und sie losgelassen, woraufhin einer den Mann gebissen habe. Zur Verhandlung hatte sich der Zeuge krank gemeldet. Eigentlich wollte der Richter die Sache deshalb neu terminieren, um auch den Zeugen hören zu können.

Doch der Rechtsanwalt der 39-Jährigen machte sich erfolgreich für eine andere Lösung stark: Dass der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung eingestellt und die falsche Verdächtigung auf das Strafmaß beschränkt wird. So kam es dann auch. 2200 Euro Strafe muss die Frau jetzt zahlen, weil sie den Mann zu Unrecht der sexuellen Belästigung bezichtigt hatte.

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sus/Glomex

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