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Im Mini-Studio dreht Lilly-Joy Gröbl für ihren Youtube-Kanal „Familie Ludwig“Videos über die Playmobil-Familie. 

Sie drehen sich um eine Playmobil-Familie

Süße Videos: Lilly-Joy (13) hat eigenen YouTube-Kanal - um auf ihre Krankheit aufmerksam zu machen

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Auf den ersten Blick wirkt Lilly-Joy Gröbl (13) wie eine normale Teenagerin. Doch eine Krankheit beendete ihre Unbekümmertheit. Jetzt hat sie einen Weg gefunden, damit umzugehen – und andere zu ermutigen.

Gernlinden – „Irgendwann kommt meine Zeit“, sagt das zierliche Mädchen aus dem Maisacher Ortsteil Gernlinden mit einem Lächeln. Vor zwei Jahren erhielt sie die Diagnose Morbus Crohn. Seitdem ist im Leben von Lilly-Joy nicht mehr, wie es war. Heute wiegt die 13-Jährige gerade einmal 28 Kilo. Während Gleichaltrige im Freibad tobten oder in den Urlaub flogen, produzierte sie an den heißen Tage im Keller des Elternhauses YouTube-Videos.

Lilly-Joy hat Morbus Crohn

Angefangen hat alles mit einfachem Durchfall. „Ich hab mir nichts dabei gedacht“, sagt Lilly-Joy. Doch als er nicht mehr wegging, blieb ihr der Weg zum Arzt nicht erspart. Was folgte, war ein Untersuchungsmarathon der über ein Jahr gehen sollte. Die Ärzte schoben die Symptome teilweise auf die Psyche des Mädchens, bis ein Experte die Lösung fand. „Er sah sich meinen Fall an und sagte relativ schnell, das ist Morbus Crohn“, sagt sie.

Da war die 13-Jährige bereits auf unter 30 Kilo abgemagert und das bei einer Körpergröße von 1,49 Meter. Im Krankenhaus päppelte man sie mit Flüssignahrung auf. „Die hat wirklich widerlich geschmeckt hat“, sagt Lilly-Joy. Aber sie hielt durch. In der langen Zeit, in der sie zur Untätigkeit verdammt war, fand sie etwas, das ihr Spaß macht und sie ablenkt. Im Keller ihrer Eltern schuf sie sich in endlos vielen Stunden eine eigene Welt. Die Welt der Playmobil-Familie Ludwig.

Fast in kompletter Eigenregie hat die 13-Jährige Häuser, Straßen und Flüsse gebaut und sich Geschichten rund um die vierköpfige Spielzeugfamilie ausgedacht. Nur die Kamera hat sie von ihrem Papa Dietmar bekommen.

Das Mädchen macht alles selbst

Bei der Plastikfamilie Ludwig heißt der Vater Thomas. Die Abenteuer, die er mit Playmobil-Mutter Marianne sowie den Kindern Lena und Anna erlebt, drehen sich meist um Alltägliches. Etwa ob die Ludwigs Nachbarn bekommen oder eine Reise buchen. Auch Requisitenbasteln ist oft Thema der im Schnitt zehnminütigen Videos der jungen Filmproduzentin. „Sie ist sehr kreativ und auch das Filmen und Schneiden brachte sie sich selber bei“, sagt ihre Mama Simone stolz.

Inzwischen hat sich Lilly-Joy eine große Fan-Gemeinde aufgebaut. Ihre Videos werden im Internet tausendfach geklickt. Das motiviert sie weiterzumachen – und für ein paar Stunden die Krankheit zu vergessen. Sie könnte sich auch durchaus vorstellen professionelle YouTuberin zu werden, so wie eines ihrer Vorbilder Dagi Bee.

Mit dem YouTube-Kanal will Lilly-Joy eine Botschafterin für andere Kranke sein

Inzwischen hat die Teenagerin viele Leidensgenossinnen kennengelernt. Auch eine Klassenkameradin ist an Morbus Crohn erkrankt. „Erst wenn es einen selbst betrifft, merkt man wie viele das selbe Problem haben“, sagt ihre Mutter. Deshalb möchte ihre Tochter durch ihren YouTube-Kanal, eine Art Botschafterin sein und die Öffentlichkeit auf die Krankheit aufmerksam machen. „Wenn man bei YouTube eine gewisse Anzahl an Abonnenten hat, könnte das zu Firmensponsorings führen und man hat dann mehr Möglichkeiten die Menschen zu erreichen“, erklärt Lilly-Joys Vater Dietmar.

Auf jeden Fall gibt die Teenagerin trotz Krankheit und Begleiterscheinungen wie Allergien und Schilddrüsenproblemen nicht auf. Medikamente helfen, können die Krankheitsschübe aber nicht stoppen. Oft kann Lilly-Joy kaum Schlucken. Aber sie ist trotzdem zufrieden: „Andere gehen in einen Sportverein, ich lebe halt meine Kreativität aus. Ich besuche jetzt einen Malkurs, der mir sehr viel Spaß macht.“ 

Hier geht´s zum Youtube-Kanal.

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