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Ist froh, dass die Sendung noch rechtzeitig ankam: Bea Inngauer schickte ein Paket in den hohen Norden, das als Irrläufer durch die Postfilialen geisterte.

Einmal quer durch Bayern

Die Irrwege eines Pakets

Maisach – Ein Paket, das von Maisach nach Kiel geschickt wird, sollte normalerweise nicht länger als zwei Tage unterwegs sein. Bea Inngauer machte jetzt jedoch eine andere Erfahrung. 

Ihr Paket brauchte nach Norddeutschland fast zwei Wochen – denn es machte zunächst eine Irrfahrt durch Bayern.

Es waren zwei selbstgebastelte Kerzen, die Bea Inngauer an eine Bekannte in Todenbüttel bei Kiel schicken wollte – ein Geschenk für deren zwei Enkel, die demnächst Geburtstag feiern. Am 6. September gab die 52-Jährige das Paket in der Postfiliale beim Rewe in Maisach auf. In den Tagen darauf wollte sie mit Hilfe der Sendungsnummer auf der Internetseite des Post-Paketdienstes DHL den Weg des Päckchens verfolgen.

Die Kerze sollte nach Kiel.

Doch dort hieß es tagelang, die Sendung werde im Paketzentrum Augsburg bearbeitet. „Ich habe dann versucht, bei DHL anzurufen“, berichtet Bea Inngauer. „Nach 30 Minuten in der Warteschleife kam der Kontakt zu einer unfreundlichen Dame zustande. Ergebnis gab es keines.“ Frustriert versuchte die Maisacherin über den DHL-Chat bei Facebook eine Auskunft zu bekommen. Doch auch dort konnte man ihr nicht helfen. Es hieß lediglich, das Paket befinde sich in der „Sonderbearbeitung“.

Auf Tagblatt-Nachfrage stellte sich heraus, dass die Sortieranlage das Päckchen an eine falsche Postleitzahl weitergeleitet hatte. Statt 24819 las das Gerät 82418 – und so landeten Bea Inngauers Kerzen nicht in Kiel, sondern in Murnau. Die dortigen DHL-Mitarbeiter bemerkten zwar, dass es sich um einen Irrläufer handelte. Statt dies jedoch zu vermerken, ließen sie die Sendung ohne weitere Kennzeichnung nach Augsburg zurückgehen. Dort landete sie wieder in der Sortieranlage und alles begann von vorne. Das Gerät las die falsche Postleitzahl und schickte das Paket erneut nach Murnau. „Beim zweiten Mal fiel den Kollegen der Fehler auf“, berichtet Klaus-Dieter Nawrath, Sprecher der Deutsche Post DHL Group. Das Packerl ging mit einem Aufkleber versehen zurück nach Augsburg – und von dort endlich auf die Reise in den hohen Norden.

Bleibt die Frage, wie das Versehen mit der Postleitzahl überhaupt passieren konnte. Schuld war wahrscheinlich der Karton, der schon einmal für eine Postsendung verwendet worden war – auch, wenn Bea Inngauer sicher ist, dass sie die alte Postleitzahl von der Oberseite entfernt hatte. „Vielleicht klebte an der Seite noch irgendwo ein Etikett“, vermutet die Maisacherin. Tatsächlich habe sie den Karton von einer Bekannten aus Murnau bekommen. Die sammelt Schachteln für Bea Inngauers Kerzenversand.

In Todenbüttel freuen sich inzwischen die beiden Buben über ihre Geburtstagskerzen, die nach zehn Tagen und 1367 Kilometern Irrfahrt noch pünktlich angekommen sind. Auch die beiliegende Flasche Oktoberfestbier hat es noch heil zum Wiesn-Beginn ins nördliche Flachland geschafft. Bea Inngauer jedenfalls ist erleichtert. „Zum Glück schicke ich immer alles rechtzeitig los.“ Das wird auch in Zukunft so bleiben.

von Ulrike Osman

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