Jetzt ist es fix: Grundsteuer wird erhöht

Maisach – In Maisach werden die Grundsteuer A (für landwirtschaftliche Betriebe) und die Grundsteuer B (für Grundbesitzer) erhöht. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Denn zuletzt hatte die Kommune in diesem Bereich sogar draufgezahlt.

Seit zwölf Jahren gilt ein Hebesatz von jeweils 290 Punkten. Ab Januar 2017 werden es 320 sein. Kämmerin Angelika Braunmüller hatte errechnet, was das für den Bürger bedeutet: Besitzer eines Einfamilienhauses zahlen jährlich etwa 18 Euro, eines Zweifamilienhauses etwa 34 Euro mehr. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung sind es elf Euro, bei einem landwirtschaftlichen Betrieb mit etwa 40 Hektar 90 Euro.

Die Grundsteuer wurde erhöht, weil – bis auf Moorenweis – die umliegenden Kommunen im westlichen Landkreis höhere Hebsätze als Maisach hatten. Zudem musste die Kommune im Rahmen des Finanzausgleichs seit zwei Jahren sogar draufzahlen. Die Berechnungen legten, vereinfacht gesagt, einen allgemeinen Satz von 310 Punkten zu Grunde – Maisach verlangte aber nur 290.

Der Gemeinderat stimmte geschlossen für die Steuererhöhung, die der Gemeinde jährlich insgesamt rund 120 000 Euro mehr bringt. Josef Strauß (CSU) hatte zuvor aber betont: „Ich bin nicht erfreut. Wenn wir zwölf Millionen Euro Guthaben haben, warum dann die Steuern erhöhen?“

Kämmerin Braunmüller hatte noch eine erfreuliche Nachricht in der zweiten Runde der Haushaltsberatungen. Der Freistaat hat den Topf für Schlüsselzuweisungen erhöht, weshalb Maisach einmalig 2017 eine Summe von 400 000 Euro erhält. Braunmüller mahnte erneut zu vorsichtigen Planungen. Sie sei sich nach dem Bericht von Amtsleiter Peter Eberlein (siehe Kasten) sicher, dass Maisach in den nächsten vier Jahren eine weitere Kinderbetreuungseinrichtung bauen müsse. Für den Bau und die laufenden Kosten brauche man Rücklagen.

Das Gremium stimmte dem Etat für 2017 zu, auch den Finanzplanungen bis einschließlich 2020. Der endgültige Beschluss soll aber erst im Februar erfolgen.

Maisacher Bevölkerung wächst um 1,75 Prozent

Amtsleiter Peter Eberlein berichtet dem Gemeinderat regelmäßig vom Bevölkerungszuwachs in Maisach. Denn die Kommunalpolitiker wollen für ihre finanziellen Planungen wissen, wie sich der Zuzug auf die nötige Infrastruktur auswirkt - sprich: Wann müssen wieder mehr Krippen-, Kindergarten-, Schul- und Hortplätze geschaffen werden? 

Im zu Ende gehenden Jahr ist Maisach um 242 Einwohner gewachsen (insgesamt um 1,75 Prozent). Allein im Hauptort Maisach wohnen 159 Bürger mehr (2,73 Prozent), in Gernlinden 68 mehr (1,37 Prozent). Und in Rottbach bringt ein Plus von 21 Einwohnern gar eine Erhöhung von 4,06 Prozent. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) betonte, dass weder in Maisach noch in Gernlinden neue Wohnprojekte bezogen worden seien: „Wir haben einen Zuwachs im Bestand.“ Das heißt, wenn nächstes Jahr die Wohnungen in der Ortsmitte belebt werden, sind es auf einen Schlag 160 mehr Maisacher – plus der Anstieg im vorhandenen Wohnraum. Das werden insgesamt rund 300 Einwohner mehr im Hauptort sein, sagte Eberlein: „Das kann ich im Moment nicht abschätzen, wie sich das auswirken wird. Entspannung ist auf jeden Fall nicht in Sicht. Und wir müssen sehr genau darauf achten, was sich tut.“ Im Kindergarten-Bereich ist laut Eberlein bis 2020 „keinerlei Luft, im Gegenteil: es werden Plätze fehlen“. Die Schulen werden 2020 einen Höchststand an Schülern erreichen. Und die Nachfrage an der Mittelschule steige ständig. 

Das hat auch damit zu tun, woher die Neubürger kommen. Ein Teil sind Flüchtlinge, doch es ziehen auch viele ausländische Mitbürger aus der EU nach Maisach. Und vor allem Menschen aus Osteuropa hätten Probleme mit der sprachlichen Integration, sagte Eberlein: „Die Kinder und Jugendlichen brauchen Plätze in Übergangsklassen.“ Erfreulich ist, dass mehr als die Hälfte der Zugezogenen zur Altersklasse der 22- bis 50-Jährigen gehört. Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre nimmt zu. Die Altersstruktur gleicht sich damit in der Gemeinde etwas aus. Im Landesdurchschnitt müssen immer weniger Menschen im jungen und mittleren Alter finanziell für immer mehr Senioren sorgen.

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