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Das wollen diese drei jungen Frauen ändern: (v.l.) Kristina Huber, Franziska Weißörtel und Katharina Roche. Die Studentinnen für Umweltplanung und Ingenieurökologie wollen ein Projekt starten.

Studentinnen starten Müll-Projekt

Drei Engel für Kamerun

Maisach - Recycling gehört in Deutschland zum Alltag. Anders in Kamerun: Müll landet hier auf der Straße und in den Gewässern. Drei Studentinnen, davon eine aus Maisach, wollen dort nun im Zuge eines Projekts ein Bewusstsein für Abfallentsorgung entwickeln.

Eine Studienkollegin machte sie auf die prekäre Müll-Situation in Kamerun aufmerksam. Sofort wusste Kristina Huber (24), Tochter von Albrecht Huber vom Entsorgungszentrum in Maisach, sie will helfen. Aber wie? Zusammen mit Franziska Weißörtel, einer Freundin aus Ingolstadt, die zu dem Zeitpunkt in Kamerun war, um soziale Projekte zu unterstützen, kam Kristina schnell darauf, dass den Einwohnern des afrikanischen Landes das Verständnis für intakte Ökosysteme und Biodiversität fehlt. Es geht also um Bildung. Und darum, dass keine Möglichkeiten zur Müllentsorgung vorhanden sind. 

Die Kameruner werfen ihre Abfälle meistens einfach irgendwo auf die Straße, schnell türmen sich Müllberge, auf den wenigen Deponien modern die Überreste vor sich hin. Das Ganze hat ernstzunehmenden Umweltschäden zur Folge: Chemikalien gelangen ins Trinkwasser, Bodendegradierung und Verschmutzungen. 

Nun haben sich die beiden Studentinnen der Münchner LMU zusammen mit einer weiteren Kommilitonin, Katharina Roche (23) aus Tuntenhausen, folgendes Projekt einfallen lassen: Durch Spendengelder sollen Aktionen vor Ort finanziert werden, die in der Bevölkerung Kameruns ein Umweltbewusstsein generieren. Das Vorhaben trägt den Namen „Lokales Abfallmanagement in Kamerun“ und ist ein Hilfsprojekt in Kooperation mit dem Verein Technik ohne Grenzen. 

Ein Leben zwischen Müll: In der Stadt Dundong im afrikanischen Kamerun schmeißen die Menschen ihre Abfälle einfach auf die Straße. Es fehlt das Umweltbewusstsein.


Dieser ist in Lokalgruppen unterteilt, der allein in München 25 Mitglieder hat. Ziel ist es, Entwicklungshilfe in Afrika zu leisten. Zur Zusammenarbeit zwischen den drei jungen Studentinnen, die allesamt Umweltplanung und Ingenieurökologie studieren, und des Vereins „Technik ohne Grenzen“ kam es eher zufällig. Auf dem Internationalen Tag der LMU entdeckte Kristina Huber die Gruppe und nahm Kontakt auf. 

Gestartet werden soll das Projekt in der Stadt Fundong. Erster Schritt ist es, Spendengelder zu sammeln. Der lokale Ansprechpartner, die Organisation Better Family, ist bereits bemüht, erste Schritte in die Wege zu leiten, erzählen die jungen Frauen begeistert. Im Projekt sollen Ideen zur Abfallentsorgung und weit darüber hinaus entwickelt werden. Die Studentinnen wollen dort drei Workshops, einen für Kinder, einen für Erwachsene und einen für lokale Politiker, anbieten. Darin sollen dann durch unterschiedliche Methoden Lösungen der Problemlage entwickelt werden. „Jeder Erwachsene soll sich die Frage stellen, wie kann ich mich selbst einbringen?“, erklärt Kristina Huber. 

Kursinhalt soll auch sein, wie man eine Kompostieranlage baut. Dadurch wird sowohl der Abfall reduziert, als auch Biomüll, der als Dünger dient, zurück in die eigenen Gärten und Äcker der Bewohner geführt. Ferner soll in den Workshops nicht kompostierbares Plastik einen neuen Sinn erhalten. Zum Beispiel können aus Kunststofftüten Taschen gehäkelt werden, die dann wiederum hier verkauft werden sollen. Auch der Bürgermeister Fundongs unterstützt das Vorhaben, da er an einer Weiterentwicklung der Stadt und Gegend interessiert ist. 

Das dieses in Kamerun umgesetzt werden kann, ist auf die Gegebenheiten vor Ort zurückzuführen. „Zwar ist die finanzielle Situation in Kamerun schwierig, aber immerhin ist das Land politisch stabil“, sagt Kristina Huber. Noch werden etwa 2000 Euro für das Projekt benötigt. Am Freitag fliegen die drei Studentinnen für drei Wochen nach Kamerun, um dort aktiv zu werden und sicher zu gehen, dass ihr Projekt so ablaufen kann, wie sie es sich vorstellen.

Wer das Müll-Projekt unterstützen will, findet die Kontodaten im Internet unter www.betterplace.de. 

von Matthias Kast

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