Neues Domizil im Maisacher Zentrum

Kisten über Kisten: Eine Bücherei zieht um

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Don Quijote zieht um. Harry Potter auch. Tausende Romane, Sach- und Kinderbücher, CDs und DVDs der Maisacher Bücherei bekommen ein neues Zuhause neben dem Rathaus. Das große Räumen zieht sich über zwei Monate.

Maisach – Rund 20 000 Medien sind in der Maisacher Bücherei zu haben. Beate Seyschab und ihre beiden Kolleginnen Silke Neumann und Sonja Traub hatten sie in den vergangenen Wochen alle in den Händen. Wirklich alle. Denn die Ausleihstelle zieht um. Von der Aufkirchner Straße 14, wo man die vergangenen 15 Jahre untergebracht war, direkt neben das Rathaus: ins Erdgeschoss des neuen Gemeindezentrums an der Riedlstraße 3.

Der Umzug war eine politische Entscheidung. Das Bücherei-Team und die Nutzer fühlten sich in der Aufkirchner Straße wohl. Doch Gemeinderat und Bürgermeister hatten Ende 2014 beschlossen, dass auf dem Grundstück an der Riedlstraße 3 und 5 eine Rathaus-Außenstelle entstehen soll. In den Räumen neben der Bücherei sind der neue Sitzungssaal des Gemeinderats, ein Veranstaltungsraum und ein Trauungszimmer untergebracht.

Das Team hat heuer zu Jahresbeginn, wenn in der Bücherei traditionell aussortiert wird, noch mehr als sonst darauf geachtet, dass alte Bücher, kaputte CDs und DVDs aus dem Bestand genommen werden. Schließlich wollte man sich nicht mehr Arbeit machen, als man sowieso schon hat. Massiv reduziert wurden die Sachbücher in bestimmten Bereichen, weil sie einfach nicht mehr aktuell sind. Reiseführer, Kochbücher, Literatur zu Erziehung und Garten traten aber fast komplett den Umzug an – sie haben viele Leser.

Rund 1200 bis 1300 aktive Leser hat die Bücherei, schätzt Beate Seyschab. Diese sorgen für rund 54 000 Entleihungen pro Jahr. Gerne würde die Leiterin genauere Zahlen präsentieren. Doch der Ordner mit der Statistik liegt gut verpackt im alten Büro in der Aufkirchner Straße. Dort blieb alles zurück, was nicht sofort in der Riedlstraße gebraucht wird: um im Neubau nicht alle Wege zuzustellen.

In der Aufkirchner Straße machte das Trio am 9. April die Ausleihe dicht und packte alles in Umzugskisten. „Da haben sogar die Männer vom Bauhof gestöhnt, so schwer waren die Kartons“, berichtet Beate Seyschab. „Aber wenn die Kisten nicht voll sind, kann man sie nicht stapeln.“ Dann wurden die Regale abgebaut und in der Riedlstraße mit Erweiterungsteilen wieder aufgebaut. „Das war wie ein riesiges Puzzle“, sagt Seyschab. „Sehr mühsam und langwierig.“ Jetzt muss wieder alles eingeräumt werden. Und auch das ist nicht leicht. Denn während man zuvor kaum Fenster und viele Wände hatte, ist der neue Raum zwar lichtdurchflutet, aber auch schwieriger zu möblieren. Die Vergrößerung von 260 auf fast 310 Quadratmeter sei deshalb kaum spürbar, sagt Beate Seyschab. Stundenlang hat sie daran getüftelt, wie alle Regale am besten in die Fläche passen.

Mittlerweile ist schon erkennbar, in welche Richtung es geht. Doch beim Einräumen geht immer wieder das Licht aus – die Elektriker sind auch noch nicht fertig. Ganz zu schweigen von den Außenanlagen und vom Eingang – die Bau-Baustelle rund um die Bücher-Baustelle zehrt an den Nerven. Beate Seyschab hat vom Hin- und Herlaufen mehrere Blasen am Fuß, ihre Kollegin Sonja Traub ist nach einem kleinen Unfall beim Einräumen am Arm getapt.

Die insgesamt 56 Wochenstunden des Trios reichen nicht aus. Alle schieben Überstunden, um bis zur Wiedereröffnung am Dienstag, 5. Juni, fertig zu sein. Dann wird sich die Bücherei richtig füllen. Nicht nur mit Besuchern, sondern auch mit Medien: Viele Leseratten haben vor der zweimonatigen Schließung noch extra viel ausgeliehen. Und das wird alles zurückkommen, wenn wie bisher Dienstag und Donnerstag von 14 bis 19 Uhr, Mittwoch von 9 bis 11 Uhr und Freitag von 14 bis 20 Uhr geöffnet ist.

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