Matthias Weiss rückt für die Grünen nach.
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Matthias Weiss rückt für die Grünen nach.

Maisach

Klimaschutz ist sein Thema: Professor rückt in Gemeinderat nach

  • Helga Zagermann
    VonHelga Zagermann
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Artenschutz, Klimawandel, Kinderbetreuung und Mobilität: Bei diesen Themenfeldern will sich Matthias Weiss verstärkt im Gemeinderat einbringen. Der 53-jährige Volkswirtschaftler rückt – für ihn „sehr überraschend“ – für die Grünen in das Gremium nach.

Maisach – Und wird ab sofort versuchen, das neue Ehrenamt zeitlich unterzubringen zwischen seinem größten Hobby, seiner Familie, und dem Professorenjob an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Regensburg. Seit sechs Jahren lebt Weiss mit seiner Familie in Gernlinden. Seine drei Töchter – die älteste ist neun Jahre alt, die Zwillings-Mädchen kommen im Herbst in die Schule – fühlen sich hier sehr wohl. Weiss’ Frau pendelt zur Arbeit nach München, der 53-Jährige hat einen längeren Weg: Er ist seit 2015 Professor für Volkswirtschaftslehre und Empirische Wirtschaftsforschung und machte sich, bis die Pandemie alles änderte, dreimal die Woche mit dem Zug auf den Weg nach Regensburg. Zweieinhalb Stunden von Haus- zu Bürotür, einfach. Morgens hin, spätabends zurück zur Familie. Aber die Zeit nutze er zum Arbeiten, sagt Weiss.

Auch wegen der zeitintensiven Pendelei ließ er sich im Vorfeld der Kommunalwahl 2020 nur auf Platz 18 der Grünen-Liste setzen. „Ich hatte keine unmittelbaren Ambitionen.“ Doch dann landete er durch die Wählerstimmen auf Platz sechs. „Das hat mich wirklich sehr gefreut“, blickt er zurück. Zumal er das erste Mal auf einer Kandidatenliste stand und noch eher neu im Ortsteil war. Und jetzt rückte er für Christine Wunderl in den Gemeinderat nach.

Künftig wird sich das Grünen-Mitglied (seit 2018) bei der Zugfahrt auch mit Kommunalpolitik beschäftigen, denn auf die Sitzungen will er sich gründlich vorbereiten. Zwar komme er als gelernter Bankkaufmann gut mit Zahlen zurecht, ein kommunaler Haushalt sei dennoch herausfordernd. Und als Volkswirtschaftler sei die Wirtschaft natürlich sein Gebiet. „Das Ansiedeln von Gewerbe in einer Kommune zum Beispiel ist aber etwas ganz anderes.“

Der 53-Jährige freut sich vor allem auf alle Problemstellungen rund um den Klimawandel. Denn der ist für ihn „ein zutiefst volkswirtschaftliches Thema“, sagt er. „Denn wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir konsumieren und leben.“ In einer Kommune könne man viel für das Klima bewirken.

Artenschutz ist das zweite Steckenpferd von Greenpeace-Mitglied Weiss. Er interessiere sich sehr für heimische Pflanzen, erzählt er, von klein auf: „Meine Mutter kennt jedes Blümchen.“ Schon in der Kindheit habe er viel über Flora (und auch Fauna) gelernt. Das gibt er an seine Töchter weiter: Die Freizeit wird im Garten und in der Natur verbracht.

Zwei weitere Themen sind Matthias Weiss wichtig. Er sieht in Maisach „bei der Kinderbetreuung Luft nach oben“. Jedes Jahr müssten Eltern um einen Platz für ihre Sprösslinge zittern und wüssten nicht, ob (und wie viele Stunden) sie in die Arbeit gehen können. Nachbesserungsbedarf sieht er zudem im Straßenverkehr: Für die Mobilität der Zukunft brauche es mehr Gehwege (zum Beispiel für die Schulkinder an der Graf-Toerring-Straße) und mehr Radwege.

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