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Klimaschutzmanagerin ist schon wieder weg

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Von: Helga Zagermann

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Sonnenblume vor weiß-blauem Himmel und einem startendem Flugzeug.
Der Klimaschutz ist in aller Munde. © Christoph Schmidt/dpa

Nach nicht einmal einem Jahr im Rathaus hat Klimaschutzmanagerin Constanze Neumann Maisach schon wieder verlassen. Wenn sie bald mit ihrem Lebensgefährten in den Südosten Münchens zieht, sei es zu weit nach Maisach, sagt sie.

Maisach – Dazu kommt, dass sie nicht lange nach einer neuen Stelle suchen musste: In der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Landkreis München) freute man sich, endlich jemanden für die Themen Umwelt, Verkehr und Energie gefunden zu haben. Denn Klimaschutzmanager sind derzeit sehr gefragt – viele Kommunen suchen qualifiziertes Personal. Und so schaut man in Maisach momentan in die Röhre: Die dringend notwendige Nachbesetzung der Vollzeitstelle wird schwierig.

Constanze Neumann wechselte in den Kreis München.
Constanze Neumann wechselte in den Kreis München. © mm

Im Oktober 2020 hatte Neumann, nachdem ihre Stelle neu geschaffen worden war, die Arbeit in Maisach aufgenommen. Im Sommer verabschiedete sie sich. Das tue ihr auch leid, sagt sie. Sie habe eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen gehabt und einiges angestoßen, aber nicht vollenden können. Sie hoffe, dass die Projekte – wenn auch verzögert – weitergeführt werden.

Stelle soll nachbesetzt werden

Eugen Bachhuber ist nun wieder Einzelkämpfer im Umweltamt des Rathauses. Schon vor der Schaffung der Klimaschutz-Stelle gab es dort zu viel Arbeit. Jetzt bleibe natürlich noch mehr liegen, sagt Rathaus-Geschäftsleiter Peter Eberlein. Die Stelle müsse also schnell nachbesetzt werden, „wir brauchen dringend jemanden zur Entlastung im Umweltamt“. Aber: „Der Markt ist leer gefegt.“ Die erste Stellenausschreibung habe zu zwei Vorstellungsgesprächen geführt – jedoch ohne Ergebnis. Aktuell ist der Job erneut inseriert.

„Desaströs und deprimierend“ findet es Heike Demant (Grüne), dass Maisach nun ohne Klimaschutzmanagerin dasteht. Die Umweltreferentin des Gemeinderats lobt Neumann wegen ihres hohen persönlichen Einsatzes: „Sie ist eine absolute Überzeugungstäterin im Bereich Klimaschutz. Ihr Weggang ist ein großer Verlust für Maisach.“ Es werde schwer, einen Nachfolger mit solchen Qualifikationen zu finden – Neumann hat Bioingenieurwesen studiert, dann die Fächer Umweltplanung und Ingenieurökologie vertieft.

Zumal in einer öffentlichen Verwaltung tätige Klimaschutzmanager ein dickes Fell brauchen: Vorgaben, die sie machen, schränken Bürger ein (zum Beispiel beim Baumschutz), aber auch Gewerbetreibende, die dann Dächer begrünen und Photovoltaikanlagen bauen müssen. Da muss man Gegenwind aushalten können. In Maisach kam dieser Gegenwind aber eher von politischer Seite. Trotzdem, betont Eberlein, habe man sich „nicht im Bösen getrennt“.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) gibt zu, ein Klimaschutzmanager müsse einiges ertragen. Auch der nächste – wenn denn einer zu finden ist.

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