Visionen von der Ortsmitte

So könnte Gernlindens Zentrum einmal aussehen

Maisach/Gernlinden  - Ein Ortszentrum mit Fußgängerzone in Gernlinden? Warum nicht. Eine Planerin jedenfalls stellte jetzt ihre Visionen für den Ort vor.

Die jetzt präsentierten Ideen für das Areal rund ums Bürgerhaus könnten theoretisch im nächsten Jahrzehnt wahr werden. Städteplanerin Vera Winzinger erklärte im Gemeinderat auch den Hintergrund für all ihre Gedanken: Gernlinden wächst. Deshalb braucht es mehr Wohnraum.

Man könnte innerorts freie Grundstücke dichter bebauen, schlug sie vor. Dann müsste man nicht so sehr in die Fläche gehen. Man könne auch bestehende Gebäude aufstocken. Die Städteplanerin kann sich beispielsweise vorstellen, Erdgeschosse teilweise geschäftlich zu nutzen und darauf zwei Wohngeschosse aufzusetzen. Im Gemeinderat wurden Befürchtungen laut, dass alles zu wuchtig werden könnten. Dem hielt Winzinger die Bäume etwa an der Brucker Straße entgegen. „Das Grün verdeckt viel“, erläuterte sie. Die Bäume würden bei keiner Planung angetastet, versicherte sie, ebenso wenig der Grüncharakter des Ortsteils. „Das ist fast wie ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist Aufenthaltsqualität, die man selten sieht.“

Hinter dem Bürgerzentrum hält Winzinger jedoch noch ein weiteres öffentliches Gebäude für möglich. Für die Brucker- und die Graf-Toerring-Straße kann sich Winzinger verkehrsberuhigte Zonen mit einheitlichem Straßenbelag vorstellen. Ein Grund für diese Idee: „Ich weiß, dass in Gernlinden gern und gut gefeiert wird.“ Das Gemeinschaftsgefühl können noch weiter verstärkt werden. Winzinger betonte stets, dass alle Ideen mehrere Möglichkeiten enthielten. Dazu zähle auch, die Merianstraße als Einbahnstraße zu gestalten. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) fügte hinzu, dass dies erst angedacht werden könne, wenn die Ostumfahrung Gernlindens absehbar sei. Die Neugestaltung des Ortszentrums von Gernlinden bezeichnete Seidl als mittelfristiges Ziel. Dennoch wirke sie in die Gegenwart hinein. Es müsse über Bebauungspläne beraten werden. Denn Bürger, die einen Um- oder Ausbau im Auge haben, wollen Planungssicherheit. Der Gemeinderat sprach sich daher auch einstimmig dafür aus, das Projekt weiter zu verfolgen.

Dennoch wurde auch Kritik laut. Josef Strauß (CSU) konnte sich nicht damit abfinden, dass die abgegrenzte Gehwege am Bürgerzentrum verschwinden sollen. „Gehwege schaffen mehr Sicherheit“, betonte er. Norman Dombo (SPD) entgegnete, man solle keine Fußgängerzonen-Diskussion entstehen lassen. Ursula Geßner (Grüne) mahnte an, die Bürger von Anfang an stärker einzubinden. Evi Huttenloher sprach dagegen von einer guten städtebaulichen Idee. „Im Ortsteil Maisach bringen wir das so nicht zusammen.“ Mit in die weitere Diskussion aufgenommen wird auch eine Unterführung, die Alfred Hirsch (FW) für den Bahnhofsbereich vorgeschlagen hatte. Bürgermeister Seidl verwies jedoch darauf, dass eine solche bereits vor zehn Jahren untersucht worden sei. Damals sei man zu der Erkenntnis gekommen, dass dann viele Gebäude wesentlich schwerer zu erreichen wären. (Hans Kürzl)

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