NRW-Familienminister: Keine bundeseinheitliche Kita-Öffnung
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Gibt es genügend Plätze für die Kleinen?

Maisach

Lücke bei den Kindergartenplätzen

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Vor allem in Gernlinden fehlen ab September Kindergartenplätze: Diese Meldung hatte Eltern zuletzt aufgeschreckt. Nun hieß es im Maisacher Gemeinderat, man habe eine Lösung gefunden. Wie genau die aussieht, ist aber noch nicht öffentlich.

Maisach – Anika Grüter, die im Rathaus für Kitas zuständig ist, präsentierte im Gemeinderat die Zahlen, die sich nach der Voranmeldung ergeben haben. Probleme gibt es nur im Bereich der Kindergartenplätze. Laut Grüter fehlt etwa eine Gruppe: Es können also 25 Kinder, die bis September drei Jahre alt werden, bis dato nicht untergebracht werden. Insgesamt gab es 178 Anmeldungen auf einen Kindergartenplatz. 154 Mädchen und Buben davon erreichen bis September die Altersgrenze. Sie müssen einen Platz bekommen, ihre Eltern haben einen Rechtsanspruch darauf. Kinder, die erst im Oktober, November oder noch später drei Jahre alt werden, müssen laut Grüter noch bis Herbst 2021 in der Krippe bleiben. Dort sieht es gut aus: Alle angemeldeten Mädchen und Buben kommen unter. Im Krippenbereich gab es vor einem Jahr ein Problem, doch dann entstand die neue Krippe im Erdgeschoss des Seniorenheims.

Lösung in Gernlinden

Jetzt müsse man im Kindergartenbereich reagieren, sagte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) im Gemeinderat. Man habe bereits eine Lösung, die sich wohl in Gernlinden abspielt, und man habe auch einen Träger, der genug Personal aufbieten könne. Genaueres wurde in nicht öffentlicher Sitzung besprochen.

Christine Wunderl (Grüne) sagte, ihr wäre es lieber, von einem solchen Problem nicht aus den sozialen Medien erfahren zu müssen – es hatte Aufregung geherrscht in der Maisach-Gruppe bei Facebook. Die Verwaltung müsse die Gemeinderatsmitglieder frühzeitig informieren. Und Patrick Götz (Grüne) forderte ein sensibleres Vorgehen bei Auskünften gegenüber Eltern. Anfang des Jahres habe es noch geheißen, man habe genug Plätze. Jetzt gebe es doch eine Lücke. „Das erzeugt Unmut bei Eltern.“

Seidl und Grüter antworteten, in Gernlinden sei der Zuzug massiv, der genaue Platzbedarf sei weder vorhersehbar noch auszurechnen gewesen. Problem sei zudem, dass 29 Kinder sogenannte Rücksteller sind: Ihre Eltern haben entschieden, dass sie aufgrund ihrer Entwicklung ein Jahr länger im Kindergarten bleiben und noch nicht in die Schule sollen. Dadurch werden weniger Plätze frei.

Erhöhung um zehn Prozent

Die Ökumenische Nachbarschaftshilfe (NBH) als Träger der Mittagsbetreuung darf die Gebühren ab September um zehn Prozent erhöhen. Das hat der Gemeinderat gegen acht Stimmen beschlossen. Das Defizit, das die Gemeinde zu tragen hat, war in den vergangenen Jahren stark gestiegen, auch weil inzwischen viel mehr Fachpersonal in der Mittagsbetreuung arbeitet. Daher hatte man die Beiträge 2018 um zehn Prozent erhöht, weil es seit 2010 keine Veränderung gegeben hatte. Die NBH hatte vor zwei Jahren eine Anhebung um 20 Prozent vorgeschlagen. Doch der damalige Gemeinderat beschloss, lieber in zwei kleineren Schritten vorzugehen. Jetzt stand die zweite zehnprozentige Erhöhung an. 

Das rief Amtsleiter Peter Eberlein dem Gemeinderat in Erinnerung, als Christine Wunderl (Grüne) eine Anhebung von fünf statt zehn Prozent vorschlag. Viele Eltern hätten wegen der Corona-Krise auch finanzielle Sorgen. Sei es nicht besser, jetzt fünf Prozent mehr und dann ab Herbst 2021 nochmals fünf Prozent zu nehmen? Von der CSU hielten Christa Turini-Huber und Gabriele Rappenglitz dagegen, dass eine Erhöhung von nur fünf Prozent maximal vier Euro pro Kind bedeute. Der Verwaltungsaufwand, zum September 2021 nochmals fünf Prozent mehr zu verlangen, sei immens. Die Grünen scheiterten mit ihrem Antrag, ab September kostet jeder Platz zehn Prozent mehr. Bei maximaler Buchungszeit sind neun Euro mehr pro Monat zu zahlen. Übrigens: Alle Erstklässler können ab September in Mittagsbetreuung oder Hort untergebracht werden.

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