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Einige der Macher vom Spielplatz: Auch sie haben sichtlich Spaß.

Mit dem Ostereiersuchen beginnt die Saison 

Die Macher vom Gernlindner Spielplatz

In der Gernlinden gibt es ein Paradies für Kinder: einen riesigen Spielplatz. Mit dem Ostereiersuchen hat die Saison nun wieder begonnen. Dass alles seit Jahrzehnten so gut klappt, dafür sorgt ein Förderverein. Dessen ehrenamtliche Mitglieder sind die Macher vom Spielplatz.

Prüfen, die Spielgeräte: Hans Greil (l.) und Werner Krisam.

Gernlinden – Wenn Norbert Suiter um 19 Uhr die Tore des Spielplatzes schließt, wollen das die meisten jungen Besucher gar nicht wahrhaben. Noch so viel gibt es hier zu entdecken: Rutschen, Klettergerüste, Schaukeln. Alles will ausprobiert werden. „Aber wir sagen den Kindern: Seid nicht traurig, denn morgen könnt ihr hier wieder spielen“, erzählt Suiter. 

Und dieses Versprechen halten die Verantwortlichen des Spielplatzes. Denn jeden Tag öffnen sich um 9 Uhr dessen Tore – und Kinder von nah und fern können sich hier austoben. Oft kommen Klassen der Grundschule und Gruppen aus dem Kindergarten zu Besuch.

Um ein derartiges Spielvergnügen garantieren zu können, bedarf es allerdings einer Menge Arbeit: „Momentan sind wir 62 Mitglieder im Förderverein, hinzu kommen die unzähligen Helfer bei den Festen“, erzählt Erich Zotz. Der Vorsitzende der Spielplatzgemeinschaft hat wie die meisten Mitglieder selbst Enkelkinder, die zu den Stammgästen des Geländes zählen.

Für die Instandhaltung der Geräte ist vorrangig die Gemeinde zuständig, allerdings legen die Helfer oft selbst Hand an. So ist zum Beispiel Karl-Heinz Wenhart bei der technischen Wartung ganz vorne mit dabei. Beim jährlichen Baumschneiden setzt der gelernte Gärtner Peter Aust seine Kenntnisse ein.

Aber auch Kleinigkeiten, wie den täglichen Schließdienst, gilt es zu organisieren. Werner Krisam teilt die Schichten ein. Zugleich sind die „Schlüsselwächter“ für das Saubermachen nach einem langen Tag zuständig. Liegengebliebene Jacken, Decken und Spielsachen landen bei Hans Reichelmeier. Er wohnt nebenan und fungiert praktisch als Fundbüro.

Für die jungen Besucher werden auch jährlich zwei Aktionen veranstaltet. Im Sommer findet das traditionelle Spielplatzfest auf dem Gelände statt. Bei gutem Wetter sind hier bis zu 500 Kinder unterwegs. „Da wird es dann auch schon mal eng“, berichtet Hans Greil vom Schließkomitee.

Roswitha Hund organisiert das Ostereiersuchen.

Das zweite große Event, das Ostereiersuchen, zieht wie am vergangenen Samstag immer mehrere hundert junge Besucher an. Für die Aktion zeichnet Roswitha Hund verantwortlich. Wenn es soweit ist, wartet viel Arbeit auf die Mutter von zwei Söhnen und die weiteren Helfer. Es müssen Nester versteckt werden – und es gilt den Überblick zu behalten, dass die Verteilung der Geschenke fair ausfällt.

Trotz des großen Aufwands sind am Ende alle zufrieden: „Wenn wir das Leuchten in den Augen der Kinder sehen, macht uns das glücklich“, erzählt Roswitha Hund.

Auf seiner Website wirbt der Förderverein mit dem Slogan: „Der beste Platz für unsere Kinder.“ Er bietet auch einen Toilettenwagen und Parkplätze – da dürften sich die Eltern freuen. „Die Umzäunung sorgt dafür, dass sich Eltern nicht sorgen müssen, dass ihre Kinder auf die Straße laufen“, so Hans Greil.

Durch den Zaun wird der Platz zusätzlich vor ungebetenen Besuchern geschützt. Denn Fälle von Vandalismus gibt es immer wieder.

Die Mitglieder wollen das Areal aber noch attraktiver gestalten. Nachdem das Schwimmbecken entfernt wurde, sollen zwei neue Geräte aufgestellt werden. Zudem muss das Spielehäuschen neugestaltet werden. Sogar eigene Jacken will sich der Verein zulegen, um auf Festivitäten des Spielplatzes gleich als Ansprechpartner erkannt werden zu können.

Auch wenn die Gemeinde Maisach für den Spielplatz Zuschüsse gibt, sind weitere Mittel nötig, um das Gelände und die Spielgeräte in einem optimalen Zustand zu erhalten. Viermal jährlich sammeln verschiedene Ortsvereine Papier und Altkleider – der Erlös kommt dem Spielplatz zugute. Bei jeder Aktion kommen 30 bis 40 Freiwillige zusammen, die den ganzen Tag beschäftigt sind. „Dass alle Vereine im Ort zusammenhelfen, um ein externes Projekt zu unterstützen, ist so in Bayern einmalig“, freut sich Zotz.

„Problematisch sehe ich teilweise die Erwartungshaltung mancher Eltern“, sagt er. So würden unfreundliche Kommentare fallen, wenn der Toilettenwagen einmal geschlossen bleiben muss und der Spielplatz abends abgesperrt wird. Dafür gebe es glücklicherweise keine Probleme mit der Nachbarschaft, wenn es hin und wieder etwas lauter zugeht. Anwohner und Helfer sind sich einig: „Kinderlärm ist kein Lärm.“

Öffnungszeiten

Der Spielplatz an der Heinzingerstraße 1 ist Montag bis Samstag von 9 bis 19 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

von Matthias Kast 

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