Seit 2016 in den Containern in Hebertshausen: die Elisabeth-Bamberger-Schule.
+
Immer wieder findet Kinderbetreuung oder Schulunterricht aus Platzmangel in Containern statt.

Maisach

50 Kindergartenplätze in Containern geplant

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
    schließen

In Maisach fehlen rund 50 Kindergartenplätze. Das liegt vor allem daran, dass viele Eltern ihre Sprösslinge erst im Herbst 2022 einschulen lassen wollen. Die Gemeinde plant nun eine Not-Kita in Containern. Standort und Träger sind so gut wie fix.

Maisach – Im März wurde bekannt, dass es zu wenige Kindergartenplätze gibt. Vor den Osterfeiertagen standen 50 Mädchen und Buben auf der Warteliste, die im Rathaus geführt wird. In der Maisacher Facebook-Gruppe kochten deswegen Ende März die Emotionen hoch. Die Gemeinde habe nicht schnell genug reagiert, hieß es. Schließlich habe man doch gewusst, wie viele Kinder im Herbst einen Kindergartenplatz brauchen.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) wehrt sich gegen die Vorwürfe. Sobald die Lücke im Rathaus bekannt war, habe man in nicht-öffentlicher Sitzung am 11. März den Gemeinderat informiert und dem Gremium einen Lösungsvorschlag präsentiert. Hinter verschlossenen Türen deshalb, weil es um Standorte/Grundstücke und den Träger ging. In nur eineinhalb Wochen, so Seidl, sei das Konzept für eine zweigruppige Einrichtung mit Platz für maximal 48 Kinder fertig gewesen. Der Gemeinderat habe dann die Freigabe für das Vorhaben erteilt.

Gemeindliches Grundstück

Wo genau die Container aufgestellt werden, will der Bürgermeister noch nicht sagen, weil der Vertrag mit dem Träger der Einrichtung noch nicht abgeschlossen ist. Nur so viel: Es handele sich um ein gemeindliches Grundstück, das von Maisach und Gernlinden aus gut zu erreichen ist.

Den Träger für die beiden Gruppen in der Modulanlage will Seidl auch noch nicht nennen, er sei aber bereits in der Gemeinde tätig und das Engagement so gut wie fix. Nach nur zweitägiger Bedenkzeit habe er eine mündliche Zusage des Trägers erhalten. Zu Problemen könnte noch führen, dass der künftige Träger ausreichend Personal finden muss. Sobald das Thema in öffentlicher Sitzung behandelt werde, so der Bürgermeister, könne man umfassend informieren.

Im Herbst soll der Betrieb in der Modulanlage starten. „Anfang September kann und will ich nicht versprechen, aber im Laufe des Septembers“, sagt Seidl zur Zeitschiene. Vielleicht müssten Eltern noch ein paar Wochen überbrücken, bis ihr Sprössling im Übergangskindergarten starten kann. Die Zusage für die fristgerechte Lieferung des Mobiliars habe man jedenfalls schon. Und in der Gemeinderatssitzung Mitte April soll über die Beschaffung der Container abgestimmt werden.

Seidl wehrt sich auch gegen den Vorwurf, die Gemeinde habe falsch geplant. Natürlich sei man auf den geburtenstarken Jahrgang 2018 mit genug Kindergartenplätzen vorbereitet gewesen. Aber: Bisher sind 41 Mädchen und Buben, die im Herbst in die Schule kommen sollten, als Rücksteller gemeldet. Das heißt, ihre Eltern haben entschieden, dass sie ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben sollen. Folglich bleiben 41 Plätze im Kindergarten besetzt, die eigentlich frei geworden wären.

Das Problem Rücksteller

„Wir haben die Entscheidung der Eltern nicht zu kritisieren“, sagt der Bürgermeister zum Thema Rücksteller. Fakt sei aber, dass das die Planungen aller Kommunen erschwere. Es könnten sogar noch mehr Rücksteller werden, bis 12. April können sich die Eltern laut Seidl noch dazu entschließen.

Von der Einschulung zurückgestellt werden Mädchen und Buben, die ihre Eltern und Fachleute im Kindergarten für noch nicht reif genug halten. Dieses Jahr, so Seidls Eindruck, würden sich aber wohl wegen der pandemiebedingten Einschränkungen mehr Eltern für die Rückstellung entscheiden. Eine Folge davon sei jedoch, dass sie mit größeren ersten Klassen ab Herbst 2022 rechnen müssten. Und wenn dann 40 bis 50 Erstklässler mehr starten, bekomme man wohl auch wieder Probleme mit den Plätzen in Hort und Mittagsbetreuung. Generell versuche man stets, auf alle Entwicklungen vorbereitet zu sein.

Der Bürgermeister verspricht, dass man die Eltern, deren Kinder auf der Warteliste stehen, zeitnah informieren werde. Eine generelle Platzzusage könne man aber erst geben, wenn der Träger ausreichend Personal gefunden habe.

Grundstücke gekauft, weitere Betreuungseinrichtungen in Vorbereitung

dulanlage können laut Bürgermeister Hans Seidl (CSU) im Kindergartenbereich alle Mädchen und Buben untergebracht werden. Und zwar mit Blick auf die Gesamtgemeinde, kürzere Fahrtwege müssten für Eltern zumutbar sein. Im Krippenbereich habe man genug Plätze. „Es ist zwar nicht super, aber komfortabel“, sagt der Rathauschef zum Platzangebot. Die Gemeinde bereite sich jedoch darauf vor, weitere Krippenplätze zu schaffen. Bisher war man davon ausgegangen, dass rund 50 Prozent der Kinder einen Krippenplatz brauchen. Das werde sich laut Einschätzung von Fachleuten auf bis zu 80 Prozent steigern.

Neue Kitas sind bereits angedacht beziehungsweise auf den Weg gebracht

In Gernlinden wird an der Brucker Straße ein Haus für fünf Gruppen gebaut (Krippe und Kindergarten), das um weitere zwei Gruppen erweitert werden könnte. In der alten Druckerei in Gernlinden sollen Schüler nachmittags betreut werden (wir berichteten). Eine Offene Ganztagsschule wäre möglich, aber auch Mittags- oder Hortbetreuung.

In Maisach hat die Gemeinde im Gewerbegebiet an der Frauenstraße ein Grundstück für eine künftige Kita gekauft. Hier wäre Platz für je zwei Krippen-, Kindergarten- und Hortgruppen. In einer Planungsstudie mit Lärmbewertung wurde bereits geklärt, dass die Einrichtung trotz der nahen Bahngleise an dieser Stelle möglich wäre.

In Malching hat die Gemeinde ebenfalls ein Grundstück für eine künftige Kita gekauft. Im Bereich Mittagsbetreuung und Hort seien derzeit alle Kinder gut untergebracht, so Seidl. zag

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare