Gerhard Landgraf erhielt die Ehrung aus den Händen von Kultusminister Michael Piazolo.

Verleihung im Kultusministerium

Verdienstkreuz freut Altbürgermeister riesig

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Große Ehre für Gerhard Landgraf: Maisachs Altbürgermeister ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. „Das bedeutet mir sehr viel und macht mich stolz“, sagt der 79-Jährige. „Ich freue mich riesig.“

MaisachDen Orden erhielt er am Montag im Kultusministerium aus den Händen von Hausherr Michael Piazolo, Politiker der Freien Wähler (FW) wie Landgraf selbst. In der Begründung heißt es, der Maisacher habe sich „durch seine langjährigen ehrenamtlichen Aktivitäten in vielen Bereichen große Verdienste um das Gemeinwohl erworben“. Ein knapper Satz, der nur unzureichend ausdrückt, wie vielfältig Landgrafs Engagement war und ist.

Denn aufs Altenteil zurückgezogen hat er sich bis heute nicht. Dass der ehemalige SPD-Bürgermeister nächstes Jahr ein weiteres Mal auf der FW-Liste für den Kreistag kandidieren will, ist ausgemachte Sache – am liebsten auf dem letzten Platz, wie sein Fürstenfeldberucker CSU-Pendant Sepp Kellerer. Landgraf weiß, sein Name wird ziehen „und man hat ja auch ein bisschen Ehrgeiz“. 47 Jahre gehört er dem Kreisgremium bereits an.

Gerhard Landgraf erinnert sich noch an die Eingemeindung 1975

36 Jahre leitete er die Geschicke Maisachs, in keiner Amtsperiode mit eigener Mehrheit im Gemeinderat. Wenn Landgraf an diese Zeit zurückdenkt, sprudeln die Erinnerungen nur so. Manche Ereignisse sind noch so präsent, dass er Daten und Uhrzeiten herunterrattern kann.

Ein solch einschneidender Tag war der 19. Dezember 1975, als Landgraf mit den damals noch selbstständigen Kommunen Gernlinden, Überacker, Rottbach, Germerswang und Malching über die Eingemeindung im Zuge der Gebietsreform verhandelte. „Von neun bis zwölf haben wir gestritten, dann sind wir zum Bräu zum Mittagessen gegangen.“ Nach Suppe, Hauptgang, Nachspeise und diversen Verdauungsschnäpsen liefen die Verhandlungen zusehends besser. „Abends um 19 Uhr haben wir die Eingemeindungsverträge unterschrieben.“

Dass nicht alle Klauseln vor der Kommunalaufsicht Bestand hatten, machte nichts. Wohlweislich hatte Landgraf auf den Passus geachtet, dass die Verträge auch dann gelten, wenn einzelne Bestandteile unwirksam sein sollten.

Landgraf ist immer noch in vielen Vereinen tätig

In insgesamt 36 Vereinen ist der 79-Jährige Mitglied – „das gibt mal eine schöne große Beerdigung“, sagt er und lacht schallend. Er und seine Frau sind die einzigen noch lebenden Gründungsmitglieder der Maisacher AWO, deren Vorsitz Landgraf 42 Jahre lang inne hatte. Es ging ihm darum, etwas für die kleinen Leute zu tun, „die ihre Baugrube mit der Schaufel ausgehoben und den Kies mit der Schubkarre geholt haben“.

Im Rahmen der AWO organisierte er als „junger Bursch’ mit Anfang 40“ Reisen für Senioren, die im Leben noch kaum hinausgekommen waren. „Im Flieger nach Mallorca waren wir 50 Leute, von denen 43 noch nie geflogen waren.“ Das sind Erinnerungen.

Weniger lustig waren die Reisen im Zusammenhang mit dem Hilfsprojekt „PiT – Togohilfe“. Bittere Not sah Landgraf in dem afrikanischen Land und engagierte sich umso intensiver für Schul- und Brunnenbau.

Altbürgermeister Landgraf liebt das Reisen

Die Welt erkunden – das liebt der zweifache Vater, ob dienstlich, ehrenamtlich oder privat. In 80 Ländern ist er gewesen. Als Vorstandsmitglied des – in Auflösung begriffenen, weil insolventen – Vereins für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) brachte er die Maisacher Blasmusik nach Sibirien, Australien und Brasilien. „Dreimal waren wir drüben, das war großartig.“

Die Gründung der Blasmusik hatte er selbst angeregt, ebenso wie die Einrichtung der Maisacher Musikschule. Gerhard Landgraf selbst stieg früh aus dem aktiven Musizieren aus. Als Kind hatte er zwar Klavierunterricht, spielte aber absichtlich falsch, damit das Ganze aufgrund scheinbarer Talentlosigkeit möglichst schnell ein Ende nahm, wie er heute sagt. Das klappte. „Ich wollte damals Fußballer werden. Aber daraus ist nichts geworden.“

Aktuell beschäftigt die Gemeinde Maisach mit ihren jeweiligen Ortsteilen die Ausweitung der Baumschutzverordnung.

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