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Beim Carsharing in Maisach ist viel Luft nach oben

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Von: Helga Zagermann

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Am Rathaus an der Ladesäule parkt ein E-Auto von Renault. Es wird von Bürgern und Gemeindemitarbeitern genutzt.
Am Rathaus an der Ladesäule parkt ein E-Auto von Renault. Es wird von Bürgern und Gemeindemitarbeitern genutzt. © mm

Wird das Car-Sharing-Angebot in Maisach von den Bürgern angenommen? Die Antwort darauf sollte im Gemeinderat gegeben werden.

Maisach – Wegen teilweise nicht zu interpretierender Zahlen, die die beiden Anbieter vorgelegt hatten, musste es bei einer ungefähren Einschätzung bleiben: Das Angebot wird wahrgenommen, es ist aber viel Luft nach oben.

Zwei Autos kann man sich in der Gemeinde ausleihen, beide stehen im Hauptort: ein elektrischer Renault Zoe des Anbieters Mer (früher E-Wald) seit Juni 2020 am Rathausparkplatz, ein Renault Clio mit konventionellem Antrieb seit November 2020 am Bahnhof in Maisach (Anbieter ist hier Stattauto). Frage war nun, wie oft die beiden Fahrzeuge seitdem ausgeliehen und wie viele Kilometer mit ihnen pro Monat zurückgelegt wurden.

Das E-Auto am Rathaus

Zuerst zum E-Auto. Es steht am Rathaus und wird deshalb nicht nur von Bürgern, sondern auch von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung genutzt. Die Kommune zahlt die monatliche Gebühr von 810 Euro. Wenn ihre Bediensteten den Zoe nutzen, kommen keine weiteren Gebühren dazu. Wenn Bürger das E-Auto ausleihen, zahlen sie dafür – und die Gemeinde bekommt die Hälfte der Einnahmen gut geschrieben.

In den eineinhalb Jahren seit Start war der Renault Zoe rund 9000 Kilometer unterwegs, es gab 233 Entleihen, davon 57 durch das Rathaus, der Rest durch Bürger. Am meisten unterwegs war das Fahrzeug im April 2021 (1334 Kilometer), die meisten Ausleihen waren einen Monat später (fünfmal Rathaus, 28 Bürger).

Der Renault am Bahnhof

Der konventionelle Renault am Bahnhof wird nur selten ausgeliehen. Seit November 2020 von 44 Bürgern. Aktuell ist die Station aber gar nicht besetzt: Es fehlt ein Auto dafür, erst für Frühjahr verspricht Stattauto Ersatz.

Bei diesem Anbieter werden eine Aufnahme- und eine Monatsgebühr plus Zeit- und Kilometertarif fällig. Das macht das Fahrzeug vielleicht weniger interessant als das am Rathaus. Zudem seien viele wohl eher neugierig darauf, wie sich ein E-Auto fahre. Ein konventionelles Auto sei nicht so interessant, hieß es im Gemeinderat.

Kilometerangaben zur Nutzung des Clio seitens der Firma Stattauto gibt es nicht. Die prozentualen Angaben zur Auslastung, die sowohl das Unternehmen Mer als auch Stattauto nennen, geben keine Anhaltspunkte, weil nicht in Erfahrung zu bringen war, auf welcher Basis sie errechnet wurden. Rathaus-Amtsleiter Peter Eberlein sagte dazu: „Zur nächsten Auswertung wollen wir genauere Erklärungen.“

Ein drittes Carsharing-Angebot in der Gemeinde ist vorerst nicht geplant. Statt-Auto könnte für den Bahnhof Gernlinden angefragt werden. Aber dazu müsste erst einmal das Fahrzeug am Bahnhof Maisach etabliert sein.

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