Die BMW Driving Academy darf sich auf Teilen des alten Flugplatzes bei Gernlinden weiter ausbreiten.
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Die BMW Driving Academy darf sich auf Teilen des alten Flugplatzes bei Gernlinden weiter ausbreiten.

Aus dem Gemeinderat

BMW soll sich bewegen – sonst ist Schluss mit dem Fahrtraining

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Wie geht es weiter mit dem Fahrsicherheitszentrum von BMW auf dem alten Flugplatz? Sicher ist: Der Betrieb soll bis August 2026 unter Lärmschutzauflagen geduldet werden.

Maisach – Doch danach, und das hat der Gemeinderat nun auf Antrag von Bürgermeister Hans Seidl (CSU) erneut deutlich gemacht, muss sich BMW bewegen: Der Konzern soll für die Region einen Mehrwert schaffen – sonst ist Schluss mit der Driving Academy.

Im September 2020 hatte der Gemeinderat die Duldung für sechs Jahre beschlossen – gegen die fünf Stimmen der Grünen, denen diese Frist zu lange ist. Das Fahrsicherheitszentrum befindet sich im Naturschutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat). Der Betrieb findet noch bis August 2021 auf Basis einer Baugenehmigung statt. Diese befristete Baugenehmigung kann aber nicht mehr verlängert werden. Daher kam die Duldung ins Spiel: Als Übergangslösung, bis geklärt werden kann, ob und wie der Eingriff in die Natur durch die Driving Academy (und auch das Fahrsicherheitszentrum der Polizei) ausgeglichen werden könnte und es dann an die Erarbeitung eines Bebauungsplans für den ganzen südlichen Teil des Flugplatzes ginge.

Der Duldungsvertrag – er wird zwischen dem Landratsamt als Baugenehmigungsbehörde und BMW geschlossen – ist noch immer nicht unterschrieben, wie im Gemeinderat zu erfahren war. Es gebe noch Änderungswünsche von allen Seiten, hieß es. Die Juristen der beteiligten Parteien seien nach wie vor in der Abstimmung.

Barbara Helmers (Grüne) kritisierte, dass der Gemeinderat zu wenige Informationen habe und etwas beschließen solle, bevor der Duldungsvertrag unterschrieben sei. Bürgermeister Seidl hatte dagegen in seinem Antrag betont, man müsse die Planungszeit bis Mitte 2026 gut ausnutzen und sich früh Gedanken machen. Ein Termin im Umweltministerium hatte ergeben, dass man dort das Projekt mit Fahrsicherheitszentren für machbar hält – aber die Verträglichkeit mit dem FFH-Gebiet genauer Prüfung bedarf.

Seidl wiederholte in der Sitzung, dass man die „Duldung aus Dankbarkeit“ ausspreche: Weil man mit Hilfe von BMW Zivilflieger auf dem alten Flugplatz verhindern konnte. Im Konzeptpapier des Bürgermeisters heißt es aber, dass die Dankbarkeit irgendwann ein Ende hat: Auf dem baulich nutzbaren Militärgelände (also gerne auf Brucker Flur) möge der Konzern höherwertige Arbeitsplätze und innovative Geschäftsfelder schaffen.

In der Sitzung sagte Seidl, er erwarte, dass durch BMW ein nachhaltiger Effekt vor Ort entsteht – „wenn nicht, dann sind mir die Flächen zu schade“. Soll heißen: Der Konzern kann die Driving Academy im FFH-Gebiet behalten, wenn er diesen Eingriff in die Natur durch anderweitiges Engagement ausgleicht – wirtschaftlich und durch Beteiligung an der Aufwertung und Pflege der FFH-Flächen. Man werde nicht in ein Bebauungsplanverfahren starten, „wenn BMW nicht zusätzlich zum Fahrtraining etwas anbietet“.

Für diesen Grundsatz stimmte die Mehrheit. Dagegen waren die fünf Grünen. Als Kompromiss gab es einen Zusatzbeschluss, in dem betont wird, dass zusätzliche Angebote von BMW natürlich nicht im FFH-Gebiet stattfinden sollen. Dafür votierten auch die Grünen.

Nun sollen weitere Abstimmungsgespräche mit Vertretern von BMW und Polizei stattfinden. Der Landrat, Brucks OB und die Stimmkreis-Abgeordneten in Bundes- und Landtag sind eingebunden.

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