Einige Flächen am früheren Fliegerhorst sind versiegelt.
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Einige Flächen am früheren Fliegerhorst sind versiegelt.

Klausur

Maisach bremst sich bei Gewerbeflächen - Neuansiedlung nur auf altem Flugplatz-Gelände

  • Helga Zagermann
    VonHelga Zagermann
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Maisach will die Gewerbegebiete vorerst nicht erweitern. Stattdessen soll für Neuansiedlungen von Firmen die Betonplatte auf dem Flugplatz genutzt werden. Doch bei der Selbstverpflichtung gibt es Hintertürchen.

Maisach/Fürstenfeldbruck – Im Rahmen seiner jüngsten Klausur hatte sich der Gemeinderat mit der von Rathauschef Hans Seidl (CSU) beantragten Gewerbeentwicklungsstrategie beschäftigt. Gegen eine Stimme passierten die Pläne das Gremium.

Beschlossen wurde, die großen Gebiete an der Frauen- und an der Ganghoferstraße nicht mehr zu erweitern beziehungsweise nur dann, wenn bereits dort angesiedelte Betriebe mehr Platz brauchen. Über Neuausweisungen im Gewerbegebiet an der August-Rasch-Straße wird erst ab 2026 beraten.

Trotzdem soll die Möglichkeit bestehen bleiben, in Maisach neue Arbeitsplätze zu schaffen. Es gibt auch immer wieder Anfragen im Rathaus. Am Standort interessierte Firmen sollen künftig auf bereits versiegelte Flächen verwiesen werden. Das größte solche Areal liegt auf dem Fliegerhorst: Es geht um eine Betonplatte im südlichen Bereich des Militärgeländes, die nicht zum FFH-Bereich gehört. Insgesamt ist von 37 Hektar die Rede, die der Gemeinde gehören.

Mit Bruck verständigen

Hartmut Hombach (Grüne) fragte nach dem weiteren Vorgehen. Bürgermeister Seidl sagte, man werde sich mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat von Fürstenfeldbruck verständigen. Ziel sei, dass der Gemeinderat von Maisach und der Stadtrat von Fürstenfeldbruck Kriterien aufstellen, wie das Gebiet entwickelt werden könnte.

Alfred Hirsch (FW), neuer Dritter Bürgermeister, sah auch die Nachteile der neuen Strategie: „Wir haben Flächen an der Frauenstraße frei, die bieten sich an“, sagte er. Wenn nun eine attraktive Firma im Rathaus ihr Interesse bekunde, an der Frauenstraße zu bauen, „ist uns dieser Weg versperrt“. Seidl antwortete, man solle vor allem entlang der Frauen- und der Ganghoferstraße bodenschonend agieren – zur Reduzierung von Flächenverbrauch und -versiegelung sowie zum Schutz von landwirtschaftlichen Flächen. Daher wolle er „eine Grundsatzlinie schaffen und daran mit Glaubwürdigkeit festhalten“.

Allerdings gibt es ja das Hintertürchen, dass man in Maisach Erweiterungswünsche von ansässigen Betrieben in der Regel zu erfüllen versucht. Und für solche Fälle ist in dem Gemeinderatsbeschluss auch ganz klar eine Ausnahme festgeschrieben.

Doch noch ein weiteres Hintertürchen steht offen. So sagte Seidl, dass man von der Fokussierung auf die Bodenplatte abkommen könne, „falls die Entwicklung des Flugplatz-Südens zu lange dauert“.

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