Die Gemeinde Maisach hat der Wirtsfamilie des griechischen Restaurants „Taverna To Nisi“ im Bürgerzentrum Gernlinden gekündigt. Seit Juli steht die Gaststätte leer – aber eine neue Pächterin ist bereits gefunden.
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Die Gemeinde Maisach hat der Wirtsfamilie des griechischen Restaurants „Taverna To Nisi“ im Bürgerzentrum Gernlinden gekündigt. Seit Juli steht die Gaststätte leer – aber eine neue Pächterin ist bereits gefunden.

Gemeinde hatte Wirtsfamilie gekündigt

Bürgerzentrum Gernlinden: Neue Pächterin steht bereit

  • Helga Zagermann
    VonHelga Zagermann
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Die Gemeinde Maisach hat der Wirtsfamilie des griechischen Restaurants „Taverna To Nisi“ im Bürgerzentrum Gernlinden gekündigt. Seit Juli steht die Gaststätte leer – aber eine neue Pächterin ist bereits gefunden.

Gernlinden – Immer wieder hatte es Klagen von Anwohnern gegeben: wegen des Lärms, vor allem bei Hochzeiten. Viele der Festgesellschaften blieben nicht bei geschlossenen Türen im Saal, sondern verlegten vor allem im Sommer ihre Party nach draußen. Die Nachbarn fühlten sich gestört: durch den nächtlichen Lärm, Müll auf der Straße, zugeparkte Einfahrten, Streitereien und Schlägereien. Über 30 Anwohner hatten im Mai 2019 auf einer Liste unterschrieben und von der Gemeinde Verbesserungen gefordert.

Bürgermeister und Rathausmitarbeiter hatten zuvor immer wieder an die Wirtsfamilie appelliert, sich an die Regeln zu halten. Das fruchtete nicht. Es folgten strengere Auflagen: Nachts sollte draußen ab 22 Uhr Ruhe herrschen, bei Veranstaltungen mit mehr als 120 Gästen musste ein Sicherheitsdienst engagiert werden. Doch auch das half wohl kaum – die Klagen rissen nicht ab.

Wie Bürgermeister Hans Seidl (CSU) auf Tagblatt-Nachfrage berichtet, sei man sich zuletzt mit der Wirtsfamilie einig gewesen, das Pachtverhältnis zu beenden. Es sei für die Restaurantmitarbeiter nicht einfach und schlussendlich nicht machbar gewesen, die Gäste in den Griff zu bekommen.

Doch die Nachfolge könnte schnell geregelt sein – schneller als erwartet. Derzeit liegen die Verträge bei der potenziellen neuen Pächterin. Dann muss noch der Gemeinderat endgültig sein Okay geben. Das wird in nicht öffentlicher Sitzung geschehen.

Sobald beide Seiten den Vertrag unterschrieben haben, rücken in der Gastwirtschaft die Handwerker an. Laut Rathauschef wird ein neuer Fliesenboden verlegt, zudem wird der Gastraum anders gestaltet. Die Kommune investiere eine sechsstellige Summe. In den Lärmschutz muss nicht investiert werden: Messungen von einem Nachbargrundstück aus haben laut Seidl ergeben, „dass sich das für eine Gastwirtschaft mit Außenbereich in einem akzeptablen Bereich abspielt“.

Anfang oder Mitte Dezember sollten die Umbauten abgeschlossen sein. Dann könnte die neue Wirtin loslegen. Um wen es sich handelt, will der Bürgermeister noch nicht sagen – weil der Vertrag noch nicht abschließend unterzeichnet ist. Nur so viel: „Die Pächterin ist in Gernlinden bekannt und stammt aus Österreich.“ Die Küche solle international werden.

Seidl erwartet künftig „eine andere Art des Betriebs“. Zwar könne die Gemeinde große Festgesellschaften nicht im Vertrag verbieten lassen. „Und das wollen wir auch gar nicht. Denn es ist schwierig genug, eine Wirtschaft zu halten.“ Aber da die Pächterin „aus einem anderen Kulturkreis“ komme, werde wohl nicht mehr „so überschwänglich gefeiert“, hofft Seidl. Er gehe davon aus, dass die Einhaltung der Regeln kein Problem sei, die Rücksichtnahme gegenüber Nachbarn eine Selbstverständlichkeit.

Pächterin und Gemeinde haben sich gegenseitig gefunden, berichtet Seidl. Die neue Wirtin wusste, dass die Kommune jemanden sucht.

Das Bürgerzentrum gibt es seit 1981. Ursprünglich hatten die Gaststätte und die Wohnungen darüber der Brauerei gehört, der Saal der Gemeinde.

Doch seit 2007 besitzt die Kommune den ganzen Komplex. Man hatte beschlossen, der Brauerei Wirtschaft, Wohnungen und das Ladenlokal, in dem der Netto untergebracht ist, abzukaufen. Pächterwechsel in der Wirtschaft gab es in den vergangenen 40 Jahren einige.

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