Das Rathaus in Maisach.
+
Das Rathaus in Maisach.

Corona-Pandemie

Wegen finanzieller Einbußen: Rathaus-Erweiterung liegt auf Eis

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
    schließen

Eine Erweiterung des Rathauses ist vorerst vom Tisch. Finanzielle Einbußen durch die Corona-Krise lassen das Millionen-Projekt in weite Ferne rücken. Zumindest in dieser Wahlperiode sieht Bürgermeister Hans Seidl (CSU) keine Chance mehr.

Maisach – Der Vorentwurf für die Erweiterung war fertig, als die Pandemie alles verzögerte. Nun stellten die Planer ihr Werk im Gemeinderat vor. Sie wurden am Ende von Seidl aber mit den Worten „Mit dem Projekt sehen wir uns vielleicht am Ende der Wahlperiode wieder“ verabschiedet – mit Betonung auf dem Wort „vielleicht“.

Bis zu zwölf Millionen Euro hätte die Gemeinde investieren müssen, um sich alle Wünsche zu erfüllen. Für dieses Geld wäre der längliche Anbau an die Erweiterung aus den 1990er-Jahren abgerissen und durch einen neuen Riegelbau ersetzt worden. Dieser Neubau hätte einen neuen Eingangsbereich bekommen, von dem aus alle Stockwerke durch einen Aufzug barrierefrei erreichbar gewesen wären. Die reinen Abbruch- und Neubaukosten hätten sich auf 7,7 Millionen Euro belaufen. Dazu sollte ein Fenstertausch im Bestand und ein optionaler zweiter Rettungsweg für das Dachgeschoss im Erweiterungsbau kommen können. Interimsweise war für die Dauer der Bauarbeiten ein Umzug der Mitarbeiter in Container angedacht. Und hätte man auch noch mit einer Tiefgarage das Problem fehlender Stellplätze lösen wollen, wäre man bei den knapp zwölf Millionen Euro gelandet.

Wird Home-Office den Raumbedarf verändern?

Doch das ist nun alles Makulatur. „Vor Corona hatten wir auf dem Schirm, das Projekt innerhalb von zwei bis drei Jahren anzugehen“, sagte Seidl. Doch nun stelle sich diese Frage zumindest in dieser Wahlperiode aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr.

Klar ist dem Rathauschef, dass die Preise in einigen Jahren andere sein werden – vermutlich höhere. „Bis dahin ist vielleicht aber auch klar, wie sich die Arbeitswelt durch Corona entwickelt hat“, sagte Seidl mit Blick auf das Thema Homeoffice. Vielleicht werden bis dahin also gar nicht mehr so viele Räume benötigt.

Oder aber der dann tätige Gemeinderat entscheidet sich für einen Rathaus-Neubau auf der grünen Wiese. Der würde nämlich nach Schätzungen der Planer nur rund eine Million Euro mehr kosten als die Erweiterung mit einer Tiefgarage.  ad

Auch interessant

Kommentare