Kurt Tächl starb mit 88 Jahren.  
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Kurt Tächl starb mit 88 Jahren.   

NACHRUF

Das ganze Leben lang dem Autohaus treu verbunden

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Manche Kunden fragen bis heute nach ihm – dabei ist es bereits über 25 Jahre her, dass Kurt Tächl in den Ruhestand ging.

Maisach – Doch wer ihn im Laufe seiner fast 50-jährigen Tätigkeit im Autohaus Rasch kennengelernt hatte, dem blieb er im Gedächtnis. Und Tächl selbst pflegte bis kurz vor seinem Tod vor wenigen Wochen regen Kontakt zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte.

Der Lehrvertrag ist noch in altdeutscher Schrift geschrieben und trägt die Unterschrift von Kurt Tächls Vater. Knapp 16 Jahre war er alt, als er am 1. August 1947 die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker antrat. Hinter der aus dem Sudetenland stammenden Familie Tächl lag die schwere Zeit der Vertreibung, nun sollte es aufwärts gehen. Den Sohn in einem angesehenen Lehrbetrieb unterzubringen, war ein guter erster Schritt – dass man dafür einiges auf sich nahm, selbstverständlich. Täglich legte der Lehrling die rund zehn Kilometer zwischen seinem Wohnort Einsbach (heute ein Ortsteil der Gemeinde Sulzemoos) und dem damaligen Firmenstandort Maisach mit dem Rad zurück. Schneite es im Winter zu arg, ging er zu Fuß.

1950 schloss Tächl die Ausbildung ab und wurde direkt übernommen. Man hielt bereits damals große Stücke auf ihn, was sich bis zu VW nach Wolfsburg herumsprach. Dass der junge Mann, er war Anfang 20, dort an einer Fortbildung teilnehmen durfte, war zur damaligen Zeit eine besondere Wertschätzung.

Tächl brauchte nie den Job zu wechseln – er machte in seinem ehemaligen Lehrbetrieb Karriere. 1954 wurde er Kundendienstleiter in der Rasch-Niederlassung in Fürstenfeldbruck, die heute Hauptsitz der Firma ist.

Seine umsichtige, kundenfreundliche und lösungsorientierte Arbeitsweise machte ihn als Serviceberater zur Idealbesetzung, zumal er aufgrund seiner technischen Ausbildung immer wusste, wovon er sprach. Die Kunden fühlten sich bei ihm gut aufgehoben.

Auch privat lief es rund für den stattlichen Gentleman. Mit seiner – 2012 verstorbenen – Frau Maria hatte er zwei Söhne, inzwischen sind zwei Enkel und zwei Urenkel hinzugekommen. Entspannung fand er beim Singen im MGV Maisach.

Ausgezeichnet mit der Verdienstnadel des Zentralverbands des Kfz-Gewerbes ging der Senior 1994 in den Ruhestand, ließ sich jedoch immer wieder in seiner alten Firma sehen. Noch im vergangenen Jahr nahm er am Sommerfest teil. Und noch etwas hat Kurt Tächl dem Hause Rasch in gewisser Weise hinterlassen – seine Enkelin, die ebenfalls dort arbeitet. ULRIKE OSMAN

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