Christian Kopp bei seiner Ansprache zur 850-Jahr-Feier der Furthmühle.

Nachruf

Eine Dorfschule in Afrika trägt bald seinen Namen

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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„Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“ – diesen Satz von Franz Josef Strauß zitierte Christian Kopp besonders gern, wenn er in Afrika war. 

Maisach – Der frühere Bezirksgeschäftsführer der oberbayerischen CSU war eine der tragenden Säulen der Maisacher Togohilfe. Wenige Tage vor seinem 69. Geburtstag ist Christian Kopp kürzlich verstorben.

Zur Togohilfe kam der gebürtige Tegernseer über seine Frau Margret. Sie hatte sich 1982 einer privaten Togo-Initiative angeschlossen und schon bald eigene Bereiche wie Patenschaftsprogramme und Schulprojekte hinzugefügt. Christian Kopp arbeitete unermüdlich mit. Und er kam auch mit auf die etwa alle zwei Jahre stattfindenden Besuche in dem bitterarmen Land. „Erholungsreisen waren das nicht“, sagt Margret Kopp. Bei sengender Hitze absolvierten die Gäste aus Bayern jedes Mal einen Marathon an Besichtigungen, Besprechungen, Einweihungen. Übernachtet wurde unter einfachsten Bedingungen in Missionsstationen.

Dennoch mochte Christian Kopp das Land – vor allem wegen der Fröhlichkeit und Gastfreundschaft der Einwohner. Aus der Ruhe brachte ihn selten etwas. Mulmig wurde ihm nur, als eines Tages im Hof einer Missionsstation eine Schlange saß und der Pfarrer erzählte, dass die Reptilien sich gelegentlich auch in die Zimmer verirren würden.

Kopps politische Heimat CSU war auch sein Arbeitgeber. Der Vater zweier Söhne war zunächst Geschäftsführer im Bundeswahlkreis Bruck und Dachau, ab 1991 im Bezirksverband. Immer sah sich Kopp als Mittler zwischen den verschiedenen Parteiebenen und kümmerte sich intensiv um die CSU-Arbeitsgemeinschaften. In den letzten Jahren vor seiner Pensionierung übernahm er trotz krankheitsbedingter Einschränkungen den Landesvorsitz der Senioren-Union und des Bundes der Vertriebenen. Ehrenamtlich engagierte er sich bei den CSU-Ortsverbänden seiner Wohnorte – zunächst Gröbenzell, später Maisach, wo er mit seiner Familie im Gemeindeteil Stefansberg lebte.

Als hätte sein Tag mehr als 24 Stunden, setzte sich Kopp auch noch als Vorsitzender des Fördervereins Furthmühle für den Erhalt des lebenden Museums ein. Und nach der Wende engagierte er sich im landkreisweiten Freundeskreis Zeulenroda für den Wiederaufbau der thüringischen Kleinstadt.

In Togo wird bald eine neu gebaute Schule im Dorf Illico – einem Ort, den Kopp besonders mochte – nach ihm benannt. Dass die Trauerfeier für den Verstorbenen wegen der Coronabeschränkungen erst später stattfinden wird, entspricht – wenn auch ungewollt – ebenfalls einer dortigen Tradition. Der Gast aus Deutschland war einmal zufällig Zeuge einer solchen Feier geworden. Die intensiven Trommelrhythmen blieben ihm noch Jahre im Gedächtnis. 

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