1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Maisach

Geschäftsübergabe: Fahrrad-Laden mit Tradition in neuer Hand

Erstellt:

Von: Eva Strauß

Kommentare

Das alte Team mit dem neuen Pächter (v.l.): Monica und Hanns Trinkl, Cagdas Oezer und Fahim Rezaiee (vorne). 	fotos: Eva strauss/privat
Das alte Team mit dem neuen Pächter (v.l.): Monica und Hanns Trinkl, Cagdas Oezer und Fahim Rezaiee (vorne). © es

Gibt es keinen Nachfolger, bedeutet das oft das Ende für Familienunternehmen. Anders bei der Fahrradhandlung Trinkl, einem der ältesten Geschäfte in Maisach.

Maisach – Die Inhaber haben einen Pächter gefunden, der das Geschäft weiterführen wird – sogar unter dem gleichen Namen.

Generationen von Maisachern haben bei Hanns Trinkl ihre Radl gekauft oder sie richten lassen. Und auch ihre Schuhe – zumindest bis 1990. Von dieser Zeit zeugt noch ein Spiegel an der Wand, den man so in einem Fahrradladen eigentlich nicht erwartet. Doch dessen Tage sind vermutlich gezählt. Denn Hanns Trinkl, mittlerweile 85 Jahre alt, übergibt sein Geschäft. Cagdas Oezer heißt der neue Pächter.

Respekt vor dem Hanns

Der 42-Jährige betreibt bereits einen Fahrradladen in München Schwabing. Groß ändern will er in Maisach vorerst nichts. „Vielleicht ein bisschen modernisieren, und die Werkstatt, die jetzt im Keller ist, soll nach oben ziehen“, erklärt er. „Den Namen wollte ich nicht ändern“, so Oezer weiter. „Die Leute kennen den Laden als Fahrradhandlung Trinkl.“ Zudem habe er Respekt vor Hanns und dessen Arbeit.

„Und uns war es wichtig, dass die Maisacher wissen, dass es uns noch gibt“, sagt Hanns Trinkl. Denn die Leistungen für die Kunden bleibe gleich. „Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass wir auch weiterhin den Service für die Räder bieten, die bei uns gekauft wurden und werden“, so der 85-Jährige. Die Kunden können also weiterhin ihre Radl dorthin zur Inspektion und Wartung bringen.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)

Auf die Frage ob es ihm denn schwer falle, aufzuhören, antwortet er: „Schon. Ich war über 70 Jahre berufstätig. Das war halt mein Leben.“ Doch so ganz wird sich der 85-Jährige nicht zurückziehen, das schafft er auch gar nicht. „Er steht uns auf jeden Fall noch mit seinem Rat zur Seite“, sagt seine Frau Monica. Die 62-Jährige bleibt der Fahrradhandlung ebenfalls erhalten, ebenso Mechaniker Fahim Rezaiee (47). Beide freuen sich, dass sie dort weiterarbeiten können.

Platzprobleme

Der Kontakt zu Oezer kam über Monica Trinkls Schwester zustande. „Die war Kundin bei ihm und wusste, dass wir einen Nachfolger suchen“, erzählt die 62-Jährige. „Also fragte sie ihn.“ Damit traf sie bei Oezer voll ins Schwarze. Denn der wollte sich vergrößern. „Wir haben in München öfter Platzprobleme und mussten Kunden deswegen schon wegschicken“, sagt Oezer. Er überlege nun, die Räder zum Reparieren nach Maisach zu bringen.

Im Februar diesen Jahres lernten die Trinkls und Oezer sich kennen und führten die ersten Gespräche. Man fand sich sympathisch, wurde sich rasch mit dem Vertrag einig. Und so kann die Fahrradhandlung Trinkl, die der Uropa von Hanns Trinkl 1920 gegründet hat, weiter bestehen.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.

Auch interessant

Kommentare