Unter strengen Hygieneauflagen sprach Bürgermeister Hans Seidl vor rund 70 Bürgern in der der Turnhalle der Grundschule Maisach über den Maisacher Süden. Maximal 90 Zuhörer wären zugelassen gewesen. Alle saßen einzeln auf nummerierten Plätzen, mussten ihre Kontaktdaten abgeben und die ganzen zwei Stunden über eine FFP2-Maske tragen.
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Unter strengen Hygieneauflagen sprach Bürgermeister Hans Seidl vor rund 70 Bürgern in der der Turnhalle der Grundschule Maisach über den Maisacher Süden. Maximal 90 Zuhörer wären zugelassen gewesen. Alle saßen einzeln auf nummerierten Plätzen, mussten ihre Kontaktdaten abgeben und die ganzen zwei Stunden über eine FFP2-Maske tragen.

Maisach

Traber-Areal: Kritik von Bürgern an Planung

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Wie könnte sich der Süden Maisachs entwickeln? Bürgermeister Hans Seidl hat die Möglichkeiten nun erstmals öffentlich vorgestellt. Doch von den Zuhörern kam Kritik: Einige befürchten ein zu großes neues Wohngebiet, zu hohen Flächenverbrauch auf dem ehemals für die Traber gedachten Gelände und mehr Lärm durch mehr Verkehr.

Maisach – Nach einem Abriss der hinlänglich bekannten Historie des Geländes südlich von Maisach (Fliegerhorst, Konversion, FFH-Gebiet) ging Seidl auf das Tauschgeschäft ein, das der Gemeinderat angehen will: Die Gemeinde gibt das jetzige Areal des SC Maisach (25 000 Quadratmeter) an das Bauunternehmen Karl-Gruppe. Im Gegenzug erhält sie die Flächen auf dem alten Flugplatz, auf denen die Daglfinger Traber eine neue Heimat finden sollten. Der Umzug der Pferde nach Maisach ist seit 2019 vom Tisch – die Karl-Gruppe kann mit dem Gelände nichts anderes anfangen, weil der von der Gemeinde erstellte Bebauungsplan dort nur eine Trabrennbahn und pferdeaffine Nutzung erlaubt.

Wenn nun aber die rund 82 000 Quadratmeter in Maisacher Händen wären, könnte man dort den SCM ansiedeln (auf rund 35 000 Quadratmetern). Und hätte zukünftig sogar noch Platz für eine neue Schule (20 000 Quadratmeter) und eine Freizeiteinrichtung (27 000 Quadratmeter). Bei Letztgenannter wird an das Freibad gedacht – doch zu diesem Thema wolle er eine eigene Bürgerinfoveranstaltung machen, sagte Seidl.

Der Rathauschef betonte, man wolle dem SCM keine neue Sportstätte zuschanzen. Hintergrund sei vielmehr, dass sich der Verein am jetzigen Standort nicht entwickeln könne und es wegen Lärms Probleme mit Nachbarn gebe. Durch den Tausch habe man die historische Chance, die unorganische Entwicklung von Maisach und Gernlinden zu korrigieren: Wegen des Fliegerhorsts und der geltenden Lärmschutzzonen habe man große Abstände lassen müssen. Wenn man jetzt die Emissionsquelle SCM Richtung Südumfahrung schiebe, könne die Karl-Gruppe auf dem jetzigen Vereinsgelände Wohnungen/Häuser bauen.

Ein Nachbar des Vereins widersprach Seidl. Er und vielen andere Anwohner hätten keine Probleme mit dem SCM. Der Lärm, der tatsächlich störe, komme von der Südumfahrung. Er sagte: „Nochmal näher an der Staatsstraße ein attraktives Wohnquartier zu schaffen, halte ich nicht für möglich.“

Ein Bürger bezweifelte, dass es die Gemeinde mit einem „knallharten Unternehmer“ wie Günther Karl aufnehmen könne. Am Ende gebe es nur einen Gewinner des Geschäfts: den Investor.

Seidl antworte, er sei selbstbewusst genug, um sagen zu können: „Es herrscht absolute Waffengleichheit.“ Die Kommune suche Planer und Gutachter für das Tauschprojekt aus, zahlen müsse das alles und die Planungen aber die Karl-Gruppe. Und die Gemeinde gebe auch vor, wie das Wohnviertel aussehen solle, schließlich mache sie den Bebauungsplan. Der Investor müsse dem SCM am neuen Standort eine neue Vereinsstätte bauen, mit allen Anlagen, die der Verein auch jetzt hat. Zudem zahle die Karl-Gruppe für eine neue Kita, sodass der Gemeinde keine Folgekosten durch das neue Wohnviertel entstehen. Wenn der Investor die Vorgaben Maisachs nicht erfülle, „liegt sein Traber-Gelände noch 30 Jahre rum“.

Gemeinderatsmitglied Barbara Helmers (Grüne) kritisierte den Flächenverbrauch auf dem Trabergelände. Man solle den SCM lieber weiter nördlich platzieren. Seidl erwiderte, dass man nicht den gleichen Fehler machen wolle: eine Lärmquelle zu nah an Wohngebiete zu setzen.

Eine Bürgerin fürchtete, dass künftig noch mehr Verkehr durch die Alte Brucker Straße fließen werde. Dazu sagte Seidl, man müsse so planen, dass Belastungen gerecht über den Ort verteilt seien. Das Wohnquartier werde auch nicht zu groß, es habe etwa die Dimension des Gebiets Maisach-Ost.

Infos zum Freibad

Im Rathaus wird ein weiterer Bürger-Infoabend geplant: zum Thema Freibad. Über den Sanierungsbedarf, Hürden am jetzigen Standort und eine mögliche Verlagerung soll am Mittwoch, 23. Juni, berichtet werden.

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