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Die Vergrämung der Saatkrähen am Gernlindner Friedhof und im direkten Umfeld war relativ erfolgreich. Ein Falkner und sein Greifvogel haben es durch regelmäßige Besuche geschafft, zwei der vier Kolonien aufzulösen – darunter die große direkt am Friedhof.

Erfolg der Vergrämung in Gernlinden

Saatkrähen vom Friedhof vertrieben

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Die Vergrämung der Saatkrähen am Gernlindner Friedhof und im direkten Umfeld war relativ erfolgreich. Ein Falkner und sein Greifvogel haben es durch regelmäßige Besuche geschafft, zwei der vier Kolonien aufzulösen – darunter die große direkt am Friedhof.

Gernlinden –  „Den Gernlindener Friedhof haben wir krähenfrei bekommen“, berichtete Rathausgeschäftsleiter Peter Eberlein im Maisacher Gemeinderat. Die Kommune hatte den Falkner mit Genehmigung der Regierung von Oberbayern einsetzen dürfen.

Die beiden anderen Kolonien in Gernlinden sind mit zehn und 25 Nestern in etwa stabil geblieben. Eine neue Kolonie ist im Ortsteil nicht entstanden. Wohin die Vögel genau abgewandert sind, ist nicht klar. Fest steht aber, dass das Saatkrähen-Domizil außerhalb des Siedlungsbereichs, zwischen Gernlinden und Staatsstraße 2345, gewachsen ist: von elf auf 35 Nester.

Nächstes Jahr will die Kommune wieder den Einsatz eines Falkners beantragen, um die Saatkrähen noch mehr aus den Wohngegenden zu vertreiben. Man wird dann laut Eberlein früher mit der Vergrämung anfangen und den Greifvogel erneut über dem Friedhof fliegen lassen, weil damit zu rechnen sei, dass die gebietstreuen Vögel zurückkommen und versuchen, dort wieder Nester zu bauen und zu belegen. Heuer sind durch den Abbau von Nestern und den Einsatz des Falkners Kosten von rund 11 000 Euro entstanden.

Eberlein berichtete auch von einer neuen Krähen-Heimat in einem Wäldchen bei Germerswang. Dort hatte man einen Zuwachs von 15 auf 60 Nester verzeichnet. Doch urplötzlich, über Nacht an den Osterfeiertagen, waren alle Saatkrähen verschwunden. „Irgendwas muss passiert sein.“ Auch Fachleute könnten sich das nicht erklären. Warum die Vögel diesen Standort aufgegeben haben, sei unklar.

Waltraut Wellenstein (SPD) regte an, nächstes Jahr auch die Saatkrähen der Kolonie an der Graf-Toerring-Straße in Gernlinden zu vertreiben. Die Belastung für Anwohner sei enorm. Eberlein betonte, dass die Gemeinde mit dem Falkner nicht auf fremden Grundstücken tätig werden dürfe. Zudem müssten die Anwohner, wenn es überhaupt eine Genehmigung für die Vergrämung gebe, den Einsatz bezahlen.

Michael Kappelmeir (FW) schlug eine „Reduktion durch Munition“ vor. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) erinnerte ihn daran, dass die Saatkrähen geschützt seien.

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