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Hier soll das neue Kinderhaus gebaut werden: an der Brucker Straße in Gernlinden, auf der Wiese im Anschluss an die Bäume.

Aus dem Gemeinderat

Streit um Wohnungen auf Kinderhaus - Thema wird vertagt

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Das geplante Kinderhaus an der Brucker Straße in Gernlinden hat für Ärger im Maisacher Gemeinderat gesorgt.

Maisach/Gernlinden – Eigentlich sollte der Startschuss für das Projekt erfolgen. Doch dann – nach Krach hinter verschlossenen Türen – wurde das Thema vertagt.

Dass an der Brucker Straße in Gernlinden eine Kita für Kindergarten-, Krippen- und Hortkinder gebaut werden soll, ist längst klar. Das dafür nötige Areal bekommt die Gemeinde von privaten Grundeigentümern, die im Gegenzug neben der Kita Baurecht für Wohnbau erhalten. Knackpunkt der Diskussion im Gemeinderat waren nun mögliche Wohnungen für Erzieherinnen oder Erzieher über den Kita-Räumen. Hartmut Hombach (Grüne) hatte diesen Vorschlag schon im März eingebracht, bei der Vorstellung eines ersten Entwurfs für die Kita. Gottfried Obermair (FW) hatte den Vorstoß unterstützt. Damals hieß es, die Planer sollen die Möglichkeiten für Wohnungen untersuchen. Doch seitdem war vom Kinderhaus und von den Wohnungen nichts mehr zu hören.

Das mag an Corona liegen. Vielleicht aber auch daran, dass die bisherigen Planer nicht mehr ganz so einfach an diesem Projekt weiterarbeiten können. Sie müssen sich im VgV-Verfahren um den Auftrag bewerben.

Wohnungen würden das Projekt verzögern

Jedenfalls brachte Hombach nochmals die Wohnungen zur Sprache, Obermair unterstützte ihn wieder. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) sagte dazu: „Wenn wir da Wohnungen drauf bauen, wird es teurer, das Projekt verzögert sich und wir müssen einen anderen Preis mit den Grundeigentümern verhandeln.“ Der Rathauschef drängte auf eine schnelle Entscheidung, um das VgV-Verfahren starten zu können. Für die Ausschreibung müsse man schnell wissen, ob man Wohnungen auf die Kita setzen wolle oder nicht.

Weil Seidl aus den nicht öffentlichen Grundstücksverhandlungen berichten wollte, wurden Zuhörer und Journalisten nach draußen geschickt. Drinnen wurde dann allerdings so laut gestritten, dass klar war: Einige Ratsmitglieder wollten sich nicht drängen lassen. Und sie wollten genauere Informationen zu den Wohnungen – und zwar, bevor sie entscheiden. Als alle Zuhörer wieder in den Saal durften, verkündete Seidl, dass das Thema bis 6. August vertagt sei. Bis dahin soll die Gemeindeverwaltung das Thema Wohnungen aufarbeiten.

Vor der Diskussion hatte Experte Johann Peter Kellerer das VgV-Verfahren skizziert. Und er hatte einen Zeitplan genannt. Mitte 2022 könnten Planung und Vergabe abgeschlossen sei, Ende 2023 wäre die Kita dann wohl fertig. Recht viel schneller sei das Projekt nicht zu realisieren. Er erwartet, dass fünf bis zehn Planungsbüros ein Angebot machen. Der Gemeinderat wähle dann aus.

Das steckt hinter dem Vergabeverfahren

Hinter dem Kürzel VgV verbirgt sich die „Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge“, kurz Vergabeverordnung. Anzuwenden ist die VgV von allen öffentlichen Auftraggebern, und zwar immer dann, wenn die Honorare für freiberufliche Leistungen von Architekten und Ingenieuren über einem bestimmten Schwellenwert liegen: nämlich über 214 000 Euro. Im Fall des geplanten Kinderhauses in Gernlinden werden die Honorare laut dem Experten Johann Peter Kellerer über diesem Wert liegen – auch wenn man eine genauere Honorarhöhe erst dann ermitteln könne, wenn feststeht, was genau gebaut werden soll. Doch schon jetzt sei klar: Das VgV-Verfahren muss angewendet werden.

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