Macht auch von außen was her: Das neue Spielhaus des Abenteuerspielplatzes, das komplett in Holzbauweise errichtet wurde.	fotos: Weber
+
Macht auch von außen was her: Das neue Spielhaus des Abenteuerspielplatzes in Germering, das komplett in Holzbauweise errichtet wurde.

Maisach

Klimafreundliche Baustoffe sollen Vorrang bekommen

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
    schließen

Die Grünen fordern, dass die Gemeinde ihren Einsatz für den Klimaschutz ausweitet. Zwei Anträge standen dazu jüngst auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

Maisach - Ein Vorstoß der Fraktion wurde einhellig befürwortet: Bei kommunalen Bauvorhaben sollen künftig verstärkt klimafreundliche Baustoffe eingesetzt werden. Der zweite Antrag wurde abgelehnt: Die Kommune wird keine Freiflächengestaltungssatzung bekommen.

Zu den klimafreundlichen Baustoffen lag neben dem Antrag der Grünen ein ähnlicher Antrag von Bürgermeister Hans Seidl (CSU) auf dem Tisch. Fakt ist, dass es dazu Vorgaben im Kreislaufwirtschaftsgesetz gibt, dem zentralen Bundesgesetz des deutschen Abfallrechts. Demnach soll die öffentliche Hand in ihrer Vorbildfunktion bei Bauvorhaben solchen Materialien den Vorzug geben, „die in rohstoffschonenden, energie- und/oder wassersparenden, schadstoff- und/oder abfallarmen Produktionsverfahren hergestellt worden sind“. Zudem sollten Materialien aus dem Recycling-Kreislauf oder aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden. Sie sollten langlebig, reparaturfreundlich und wiederverwendbar sein.

Mehr Holzbau

„Es ist selten so leicht, etwas für den Klimaschutz zu tun“, sagte Heike Demant zum Vorstoß ihrer Fraktion. Und so entschied der Gemeinderat, sich an das zu binden, was das Gesetz eigentlich bereits vorgibt. Schon bei Planung und Ausschreibung gemeindlicher Bauprojekte soll auf den Einsatz klimafreundlicher Baustoffe geachtet werden. Planer und Architekten sollen künftig die umweltverträglichste und wirtschaftlichste Lösung aufzeigen – das gilt mit Blick auf Bau und Unterhalt, aber natürlich auch Abbau samt Entsorgung.

Im Bereich Beton sollen möglichst Recycling-Stoffe verwendet werden, zudem will man auf Holzbauweise und Naturbaustoffe setzen. Kommunale Neubauten sollten klimaneutral sein. Auf Antrag von Christian Kemether (CSU) wurde hinzugefügt, dass bei wirtschaftlicher Gleichheit die umweltfreundlichere Alternative vorzuziehen sei.

Satzung für Freiflächen?

Der zweite Antrag der Grünen – die Gemeinde solle eine sogenannte Freiflächengestaltungssatzung aufstellen – scheiterte. Mit der Satzung wollte die Fraktion die Durchgrünung des Ortes gewährleisten, die Qualität der Freiflächen und somit ein hochwertiges Wohn- und Arbeitsumfeld sichern. In einer Satzung könnte zum Beispiel festgelegt werden, dass heimische Arten gepflanzt werden müssen, dass Schottergärten verboten sind, wo nicht versiegelt werden darf, dass Dächer und Fassaden begrünt werden müssen.

Bürgermeister Seidl und Christa Turini-Huber (CSU) fürchteten eine Überregulierung durch eine solche Satzung. Der Rathauschef sagte, viele Regelungen seien bereits anderweitig getroffen, zum Beispiel in Bebauungsplänen. Zwar fanden die Grünen Unterstützung von Peter Aust und Waltraut Wellenstein (beide SPD), trotzdem wurde ihr Antrag mit 9:14 Stimmen abgelehnt. Wellenstein kündigte an, dass sie demnächst einen Antrag einreichen werde, wonach Schottergärten durch Festsetzung in Bebauungsplänen verboten werden sollen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare