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Kostenexplosion bei Mittelschul-Sanierung

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Von: Helga Zagermann

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Das Rathaus in Maisach.
Das Rathaus in Maisach. © Peter Weber

Bei der geplanten Sanierung der Mittelschule Maisach laufen die Kosten davon. Aus anfänglich angepeilten 2,1 sind 7,4 Millionen Euro geworden.

Maisach/Egenhofen – Weil die Sanierung der Mittelschule Maisach wohl mindestens 7,4 Millionen Euro kosten wird, sind die Arbeiten europaweit auszuschreiben. Was bezuschusst wird, ist unklar. Zwar wird das Verfahren gestartet – um aber dann in einem Jahr zu entscheiden, was leistbar ist.

Marcus Greulich vom gemeindlichen Bauamt stellte im Gemeinderat den Stand der Dinge vor – nachdem es zuletzt Unklarheiten gegeben hatte. Gestartet war man vor einem Jahr, als der beauftragte Architekt im Schulverband, zu dem auch Egenhofen gehört, die Pläne vorgestellt hatte. Damals war geplant gewesen, Decken und Boden zu erneuern. Das hätte man für rund 2,1 Millionen realisieren können. Es war aber bereits klar, dass zudem in die Ausstattung der Klassenräume mit Medientechnik investiert werden muss.

Im Laufe weiterer Treffen und Versammlungen kamen weitere Wünsche hinzu: die Sanierung des undichten Flachdachs, der Rückbau des WC-Trakts samt neuer Leitungen und – coronabedingt – der Einbau einer festen Lüftungsanlage. Kosten für diese Posten: 3,2 Millionen Euro. Macht insgesamt 5,3 Millionen Euro.

Schwellenwert überschritten

Nach Rücksprache mit Experten stellte sich heraus, dass die Summe inzwischen derart angewachsen war, dass man an einer europaweiten Ausschreibung nicht vorbeikam. Zusätzlich tauchten geschätzte Ausgaben von 200 000 Euro für den Bereich Heizung, Lüftung und Sanitär auf. Durch die allgemeinen Kostensteigerungen haben diese mittlerweile aber auch den in diesem Bereich gültigen Schwellenwert von 215 000 Euro überschritten: Auch hier ist also eine europaweite Ausschreibung nötig. Das macht alles komplizierter – ganz abgesehen von der dadurch entstehenden zeitlichen Verzögerung.

Mit Realschule Raumbedarf vorlegen

Die aktuelle Kostenschätzung sieht nun für die Sanierung der Mittelschule rund 7,4 Millionen Euro vor. Als Bauamtsmitarbeiter Marcus Greulich die Summe nannte, gab passend zum Entsetzen des Gemeinderats der Beamer den Geist auf.

Kämmerin Angelika Braunmüller berichtete dem Gemeinderat über die Zuschussmöglichkeiten. Bei einem Schulneubau wisse man genau, was man an Förderung erhalte. Anders bei Sanierungen: Hier gibt es nur Zuschüsse für Generalsanierungen. Daher werde nun geprüft, ob das Projekt eine solche ist. Dazu müssen Mittel- und Realschule, die teilweise Räume gemeinsam nutzen, einen Raumbedarf beantragen. Zudem müssen Kosten für einen Neubau geschätzt und gegengerechnet werden – damit klar ist, dass sich eine Sanierung gegenüber einem Neubau lohnt.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) sagte zum weiteren Vorgehen, dass man nach den Ferien im Gemeinderat über Einsparmöglichkeiten diskutieren müsse. In der Folge wolle man in das aufwändige Verfahren der EU-Ausschreibung gehen. Etwa ein Jahr lang werde man dann nichts mehr von dem Projekt hören: Erst im Sommer 2023 gebe es genauere Informationen zu Kosten und möglichen Zuschüssen. Dann müsse man entscheiden, wie es weitergeht.

Digitalisierung läuft weiter

Rathaus-Amtsleiter Peter Eberlein fügte hinzu, dass die Digitalisierung der Mittelschule unterdessen ungebremst voranschreite. Der Schulverband schöpfe hier alle Förderprogramme aus.

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