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Maisach lehnt Tempo 30 in Gernlinden ab - und setzt auf ein anderes Konzept

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Von: Helga Zagermann

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Tempo 30
Viele Bürger hätten sich Tempo 30 gewünscht. © Symbolfoto: dpa / Jens Kalaene

Tempo 30 an der Brucker- und Merianstraße in Gernlinden hat der Maisacher Gemeinderat abgelehnt. Stattdessen wurde ein Fünf-Punkte-Plan beschlossen – auf dem Weg hin zu mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer.

GernlindenAnwohner hatten kürzlich 426 Unterschriften für Tempo 30 gesammelt. 356 Gernlindener unterzeichneten die Forderung, dazu 57 Landkreisbürger. 13 Unterschriften stammen von Bürgern außerhalb des Landkreises. Sie wollen erreichen, dass in Teilen der Brucker- und Merianstraße das jetzt gültige Tempo 40 auf 30 gesenkt wird.

Das sind die Argumente gegen Tempo 30

Im Gemeinderat wurden die Gegenargumente nochmals aufgezählt. Es handele sich um eine Hauptverbindungsachse, direkt an den Straßen liege keine schutzbedürftige Einrichtung wie Kindergarten oder Schule. Für Tempo 30 fehle also die rechtliche Voraussetzung, Tempo 40 werde nur geduldet.

Die Polizei sieht keine Notwendigkeit für Tempo 30

Eine Rücksprache mit dem Leiter der übergeordneten Verkehrsbehörde im Landratsamt habe ergeben, dass eine Begrenzung auf 30 von der Behörde aufgehoben werden müsste, anschließend würde dann wieder Tempo 50 für die gesamte Brucker- und Merianstraße festgesetzt.

Die Polizei sieht keine Notwendigkeit für eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit. In den vergangenen fünf Jahren habe es dort keinen Unfall gegeben. Bei der letzten Blitzermessung durchfuhren in vier Stunden 400 Fahrzeuge die Merianstraße – nur acht lagen über der Höchstgeschwindigkeit.

Statt Tempo 30: Verkehrsdisplays sollen helfen - mit einem Trick

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) sagte: „Der Gemeinderat sucht nicht die Konfrontation mit den Behörden, sondern die Zusammenarbeit.“ So wünschenswert Tempo 30 auch wäre, man werde es nicht anordnen zum jetzigen Zeitpunkt. Anders sehe es wohl aus, sobald es mit der Gernlindener Ostumfahrung eine neue Hauptverbindungsachse gebe.

Seidl legte einen Fünf-Punkte-Plan vor. Dieser enthält die Aufstellung von Verkehrsdisplays mit Tempoanzeige. Die ersten Geräte sollen schon in zwei bis drei Wochen montiert werden.

Man werde sie im 40er-Bereich auf Tempo 30 einstellen, sagte der Rathauschef: Das heißt, wer schneller als 30 fährt, sieht einen traurigen Smiley oder eine rote Zahl. Ergänzt werden soll das mit Schildern mit der Aufschrift „Tempo 30 freiwillig – den Kindern zuliebe“. Denn ein Argument der Unterschriftensammler war, dass Brucker- und Merianstraße Schulweg sind.

Zudem soll ein Verkehrskonzept für Gernlinden, aber auch für den Hauptort Maisach erarbeitet werden. Und schließlich ist am Dienstag, 2. Juli, eine Informationsveranstaltung zum Thema Verkehr in Gernlinden geplant.

Das sagt der Vorsitzende des Verkehrclus

Zu Wort kam in der Gemeinderatssitzung auch Heinrich Moser, Vorsitzender des Kreisverbands Fürstenfeldbruck-Starnberg des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Er war bei einer Ortsbesichtigung mit den Initiatoren der Unterschriftensammlung und unterstützt deren Forderung. Die Einführung von Tempo 30 sei in seinen Augen „keine rein verkehrsrechtliche Anordnung, sondern eine städtebauliche Neuordnung, die durch ein Verkehrs- und Stadtplanungsbüro rechtssicher vorbereitet und umgesetzt werden muss“. Den vom Gemeinderat später einstimmig abgesegneten Fünf-Punkte-Plan hielt Moser aber für einen gangbaren Weg.

Gottfried Obermair (FW) warnte davor, den Initiatoren „falsche Hoffnungen zu machen“. Seidl entgegnete, man wolle zumindest „einen Prozess einleiten und nicht gleich das Fallbeil fallen lassen“. Alfred Hirsch (FW) fügte an, dass eines klar sein müsse: Eine Entlastung einiger Straße führe zur Belastung anderer Straßen.

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