Trinkwasser
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Maisach will die Wasserversorgung sicherstellen.

Sicherstellung der Trinkwasserversorgung

Maisach muss neuen Tiefbrunnen bauen

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Die Gemeinde Maisach will ihre Trinkwasserversorgung sicherstellen. Dafür muss ein neuer Tiefbrunnen gebaut werden. Es wird derzeit mit Kosten von rund einer Million Euro gerechnet.

Maisach – Der jetzige Tiefbrunnen ist 37 Jahre alt. Zwar wurde einmal vor etwa zehn Jahren die Pumpe ausgetauscht. Doch sonst wurde nichts saniert. Das ist auch gar nicht möglich, weil der Brunnen dafür vom Netz genommen werden müsste, mindestens eine Woche lang, wie ein Fachmann im Gemeinderat erklärte. Und danach müsste er keimfrei gemacht werden. Der Tiefbrunnen kann nicht außer Betrieb genommen werden, weil es eben nur einen gibt. Das Wasser, das er aus etwa 200 Metern Tiefe fördert, wird mit dem Wasser aus den drei Maisacher Flachbrunnen gemischt. Alleine die drei Flachbrunnen könnten den Wasserbedarf der Gemeinde nicht decken. Generell ist die Versorgungssicherheit nicht gegeben, wenn der Tiefbrunnen oder die Flachbrunnen ausfallen, warnte der Fachmann.

Ablagerungen im Rohr?

Laut Experte hat ein Tiefbrunnen eine Lebensdauer von 40 bis – in Ausnahmefällen – 60 Jahren. Dass der Maisacher Tiefbrunnen so langsam nachlässt, zeigt sich daran, dass er nicht mehr wie ursprünglich 45 Liter pro Sekunde fördert, sondern nur noch 33. Woran das liegt, kann nicht festgestellt werden. Während des Betriebs ist nicht einmal eine Kamerabefahrung möglich. Erst wenn der neue Tiefbrunnen Wasser pumpt, kann der alte abgeschaltet und untersucht werden. Wahrscheinlich bremsen Ablagerungen im Rohr die Durchflussmenge. Das könnte bis zum Versiegen der Wasserführung führen.

Wenn der alte Brunnen untersucht ist, muss entschieden werden: Lohnt sich eine Sanierung? Dann hätte Maisach eine zusätzliche Versorgungssicherheit. Lohnt sie sich nicht, wird er zurückgebaut. Dann muss der Gemeinderat überlegen, ob er noch einen Tiefbrunnen bauen lässt.

Der Bau des neuen Tiefbrunnens wird rund 600 000 Euro kosten. Für das Brunnenhaus kommen 150 000 bis 250 000 Euro dazu, zudem 300 Euro pro Meter Leitung.

Bis es aber soweit ist, muss ein längeres Verfahren durchlaufen werden. Es braucht eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein wasserrechtliches Verfahren. Wie der Fachmann sagte, dürfte es aber kein Problem sein, die nötigen Genehmigungen zu erhalten.

Der neue Brunnen solle nahe dem jetzigen entstehen. Insgesamt soll die Wasserentnahme nicht erhöht werden. Pro Jahr werden derzeit rund 750 000 Kubikmeter Wasser gefördert. Erlaubt wären bis zu einer Million Kubikmeter.

In Maisach will man auch – unabhängig vom neuen Tiefbrunnen – über einen Wasser-Notverbund mit Nachbarkommunen nachdenken. Doch das ist nicht so einfach, weil es verschiedene Wasser-Zweckverbände gibt.

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