Maisach plant voraus.
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Maisach plant voraus.

Altes Fliegerhorst-Gelände

Grundstückstausch und Wohnungsbau: Maisach peilt Mega-Deal mit Baukonzern an

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Die Planungen für einen Flächentausch starten: Maisach will auf dem geplanten Trabergelände auf dem alten Flugplatz einen Schul- und Sportpark ansiedeln, dafür soll ein Baukonzern das jetzige Areal des SC Maisach für Wohnbebauung erhalten. Doch es gab auch Kritik im Gemeinderat an dem Projekt.

Maisach – Das, was der Gemeinderat gegen die Stimmen von Waltraut Wellenstein (SPD) und der beiden anwesenden Grünen beschlossen hat, hält die Mehrheit des Gremiums für einen Mega-Deal, wie aus den Wortmeldungen in der Sitzung herauszuhören war. Vite-Bürgermeister Roland Müller (CSU) sagte, der in Aussicht stehende Flächentausch wäre „ein Glücksfall für Maisach und eine Chance für den SCM“. Gottfried Obermair (FW) schwärmte von den sich ergebenden Möglichkeiten – und von einem „Nullsummenspiel für die Gemeinde“.

Wobei: Komplett bei Null bleibt es natürlich nicht. Die Pläne sehen vor, dass Maisach das jetzige Gelände des Sportclubs (rund 25 000 Quadratmeter) an die Karl-Gruppe übergibt. Der Baukonzern übereignet im Gegenzug das geplante Traberareal (rund 82 000 Quadratmeter) an die Kommune. Beim Tausch sollen Maisach keine Kosten entstehen. Vielmehr soll die Karl-Gruppe auch noch für den Bau des ganzen neuen SCM-Geländes aufkommen.

Fliegerhorst: Die Traber kommen nicht

Einen Mega-Deal macht aus seiner Sicht wohl aber auch der Konzern. Die Karl-Gruppe kann mit dem Trabergelände nichts anfangen – die Traber kommen ja nicht nach Maisach. Im Bebauungsplan sind für die Fläche die Rennbahn und pferdeaffines Gewerbe festgeschrieben. Und den Plan kann nur die Kommune ändern.

Das wird sie tun müssen. Denn Maisach plant dort einen Schul- und Sportpark. Neben dem Sportclub (der nahe der Häuser keine Erweiterungsmöglichkeiten, dafür aber Probleme mit den Nachbarn wegen des Lärms hat) will die Gemeinde das Freibad dort ansiedeln. Auch diese Einrichtung grenzt an ein Wohngebiet – auch hier gibt es Ärger mit Anwohnern und sogar eine Klageandrohung. Zudem soll das Bad im Rahmen der nötigen Sanierung gleich erweitert werden.

Verlegung des Freibads

Nun die Gemeindeverwaltung die Kosten für eine Verlegung des Freibads ermitteln. Der Bürgermeister soll weiter mit der Karl-Gruppe verhandeln. Denn unterschrieben ist noch nichts. Geplant wird aber trotzdem schon – schließlich wollen alle wissen, was auf dem jetzigen Sportgelände und was auf dem Trabergelände möglich wäre. Für die vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Konzepte zahlt komplett der Baukonzern.

Im Einsatz sind wie bisher die Büros Schober und Dragomir, die Maisach seit Jahren im Konversionsverfahren unterstützen. Für das Noch-SCM-Areal werden ein Konzept samt Umweltbericht, Eingriffsermittlung, Artenschutz-Fachbeitrag und FFH-Verträglichkeitsabschätzung erstellt. Macht 36 000 Euro. Beim Trabergelände wird das Ganze teurer: 105 000 Euro fallen an. Wenn die Konzepte vorliegen, will man Verträge ausarbeiten. Die Karl-Gruppe möchte auf dem SC-Areal Wohnraum schaffen.

Ständig wird gebaut

Gegen das Vorhaben an sich hatte die frühere 3. Bürgermeisterin Wellenstein nichts einzuwenden. Sie störe der Zeitpunkt. In Maisach werde ständig gebaut und nachverdichtet, die Gemeinde schaffe es jetzt schon nicht mehr, für genug neue Kita-Plätze zu sorgen. „Die Spirale dreht sich immer mehr, das macht mir Angst.“ Man könne mit dem Mega-Deal noch fünf bis zehn Jahre warten, „das läuft uns nicht davon“. Sie glaube nicht, dass die Karl-Gruppe abspringe. Der Konzern könne auch später bauen – Wellenstein sprach von 70 Wohneinheiten. Das Freibad sei einstweilen am Standort zu sanieren.

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