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Plätze in Kindertagesstätten sind oftmals rar.

Maisach/Gernlinden

Platzmangel: Hortkinder müssen umziehen

  • Eva Strauß
    vonEva Strauß
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  • Helga Zagermann
    Helga Zagermann
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Die Mädchen und Buben, die bisher ohne Kindergartenplatz in Gernlinden waren, kommen nun im Kinderhaus Zauberberg unter. Dafür muss die dortige Hortgruppe aus- und umziehen: In das leere Café am Gut. Das hatte für Ärger bei den Eltern gesorgt.

Gernlinden/Maisach – Vor allem im Ortsteil Gernlinden hatten zuletzt Kindergartenplätze gefehlt. Das bereitete Kopfzerbrechen im Maisacher Rathaus. Kurz vor den Ferien hieß es dann im Gemeinderat: Eine Lösung ist gefunden. Wie die aussieht, wurde damals aber nicht öffentlich.

Mittlerweile ist bekannt: Im Kinderhaus Zauberberg in Gernlinden – Träger ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) – wird ab September eine weitere Kindergartengruppe installiert, wie Bürgermeister Hans Seidl auf Tagblatt-Nachfrage bestätigt. Bis zu 25 Kinder können dort betreut werden. Dafür muss jedoch die Hortgruppe den Zauberberg verlassen und umziehen. Geplant ist, dass die Schulkinder in den Räumen des leer stehenden Cafés am Gut unterkommen. „Eine Hortgruppe ist leichter auszulagern als eine Kindergartengruppe“, erklärt Seidl. Schließlich seien Hortkinder älter.

Für die neue Nutzung wird der Gastraum umgebaut. Durch eine Zwischenwand entstehen zwei Räume mit eigenen Ausgängen. Der Schankbereich wird eingehaust. „Er ist dann nicht mehr sichtbar“, so Seidl.

Außenbereich soll umgestaltet werden

Auch der Außenbereich des ehemaligen Cafés soll umgestaltet werden. Das sei eine Voraussetzung gewesen, dass die Eltern der Hortkinder dem Umzug zugestimmt hätten. Was genau geplant ist, wollte Seidl nicht sagen: „Man muss sich was einfallen lassen mit dem Außenbereich.“ In der jetzigen Form sei er nicht kindgerecht.

Der anvisierte Umzug hatte kurz vor Start der Pfingstferien für große Aufregung in der Elternschaft der Hortkinder gesorgt. Grund war, dass die Eltern beziehungsweise der Elternbeirat des Kinderhauses nicht vorab durch die Gemeindeverwaltung informiert worden waren – übrigens auch nicht vom Träger oder der Kinderhausleitung. Man sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden, hieß es von Seiten mehrerer Eltern.

Seidl gestand ein, man habe „die direkte Kommunikation mit den Horteltern vernachlässigt“ – aus Zeitdruck: Man habe den Eltern von Kindergartenkindern, die noch ohne Platz waren, vor den Ferien ein Signal geben wollen, dass es eine Lösung gebe. Im Übrigen betont er: Eine andere Alternative gebe es nicht.

Gespräch mit Eltern

Zwischenzeitlich hat ein Gespräch mit den betroffenen Eltern stattgefunden. Es sei mittlerweile alles mit der Gemeinde geklärt, heißt es vom Elternbeirat. Man wolle sich nicht weiter äußern.

Die für die neue Kindergartengruppe nötigen Erzieher stellt voraussichtlich die AWO. „Für die Kinder im Kinderhaus ändert sich nichts. Das Personal wird halt aufgestockt“, sagt Seidl. Bis dato gibt es im Zauberberg eine Krippen-, eine inklusive- sowie eine normale Kindergarten- und eine Hortgruppe. Aus der Hort- wird nun eine weitere Kindergartengruppe. Bei den Hortkindern zieht das Personal mit um.

Geplant ist, dass der Hort die nächsten drei Jahre in dem ehemaligen Café betrieben wird. Seidl: „Wir brauchen eine Übergangslösung, bis das neue Kinderhaus fertig ist.“ Der Bau der Einrichtung an der Brucker Straße soll laut Seidl im Frühjahr 2021 beginnen. Der Zeitplan sieht einen Einzug im Spätherbst 2022 oder Frühjahr 2023 vor. Mit dem neuen Kinderhaus will die Gemeinde die Engpässe bei der Kinderbetreuung abfedern.

Vor allem in Gernlinden hatten ab September Kindergartenplätze gefehlt. 25 Mädchen und Buben, die bis dahin drei Jahre alt werden, waren bei der Vergabe leer ausgegangen. Ihre Eltern haben aber einen Rechtsanspruch auf einen Platz.

Seidl geht davon aus, dass die Nachfrage auch in den kommenden Jahren groß sein wird. Zum einen wachse Gernlinden durch Nachverdichtung stetig. Zum anderen haben auch anerkannte Flüchtlingskinder Anspruch auf einen Kita-Platz.

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