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Spielküche, Laufstall, Schaukelpferde: Im Maisis in der Maisacher Bahnhofstraße ist alles auf die kleinen Gäste ausgerichtet. Stephan Boxhorn (M.) und Denise Schwan (vorne) haben das Lokal eröffnet.

Maisach

Premiere: Erstes Familiencafé öffnet

  • Eva Strauß
    vonEva Strauß
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So etwas gab es bisher noch nicht im Landkreis: In Maisach hat ein Familiencafé geöffnet – das Maisis. Es richtet sich vor allem an Eltern mit Kindern und ist entsprechend ausgestattet. Aber auch jeder andere kann dort einkehren.

MaisachWenn man das Maisis betritt, dann fällt einem sofort auf, dass es dort etwas anders aussieht als in herkömmlichen Cafés. An der Wand reihen sich Schaukelpferde und Bobbycars aneinander, ein Spielteppich liegt auf dem Boden, ein Laufstall ist aufgebaut. Das alles ist nicht etwa in einer kleinen Ecke versteckt, sondern nimmt einen Großteil des Lokals ein. Ein bisschen mutet es an wie eine Kita. Ist es aber nicht. Denn im anderen Teil des Raumes stehen Bistro-Tische und eine Bar, gezimmert aus 100 Jahre alten Scheunenbalken. Und auch im Außenbereich herrscht Café-Flair.

Maisis: Jeder darf kommen

„Tagsüber sind wir ein Familiencafé, abends kann man bei uns einen Longdrink oder ein Bier gemütlich trinken“, erklärt Stephan Boxhorn das Konzept des Maisis. Sprich: Jeder, der mag, kann dort etwas trinken oder eine Kleinigkeit essen – ganz wie in einem „normalen“ Café. „Der Fokus liegt aber ganz klar auf Familien“, sagt Boxhorn. Im Unterschied zu Familiencafé-Angeboten sozialer Träger ist das Maisis aber ein wirtschaftlicher Betrieb und ist jeden Tag von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

Boxhorn führt das Café an der Bahnhofstraße gemeinsam mit Denise Schwan (32). Davor waren beide bereits selbstständig. „Ich war im Catering und Eventmanagement tätig, Denise hat Veranstaltungen für Kinder organisiert und Kinderbetreuung auf Messen und Hochzeiten gemacht“, erzählt der 35-jährige Münchner. Eigene Kinder haben die beiden aber nicht.

Alles auf die Kleinen ausgerichtet im Maisis

Die Idee, ein Familiencafé auf die Beine zu stellen, hatte Denise Schwan. Ihre Schwester brachte sie darauf. Diese ist mit ihrer Familie nach Olching gezogen. „Und da haben sie festgestellt, dass es im Landkreis – anders als in München – kaum gastronomische Angebote für Familien gibt“, so Boxhorn. Und in herkömmlichen Cafés würden Kinder oft als störend empfunden. Anders im Maisis. Dort ist alles auf die kleinen Gäste ausgerichtet. „Die Kinder haben Platz, können rumlaufen und auch mit dem Bobbycar rumfahren, ohne dass es stört.“ Die Eltern können derweil ratschen, sich Kaffee und Kuchen gönnen.

Das Angebot kommt an. „Es läuft unglaublich gut“, freut sich Boxhorn. Das war nicht immer so. Vor der Eröffnung des Maisis – der Name ist übrigens eine Verniedlichungsform von Maisach – mussten Boxhorn und Schwan einige Hürden nehmen.

Maisis muss einige Hürden nehmen

Nachdem sie endlich ein Lokal gefunden hatten, musste eine Nutzungsänderung der Räume beantragt werden. „Ursprünglich war dort eine Apotheke genehmigt gewesen“, erzählt Boxhorn. Zudem mussten barrierefreie Toiletten geplant und eingebaut sowie Lärm- und Brandschutz überprüft werden. Kaum war das alles geschafft, kam die Pandemie. „Ohne Corona wären wir bestimmt ein, zwei Monate früher dran gewesen“, so Boxhorn.

Bei ihrem Café setzen Boxhorn und Schwan auf Nachhaltigkeit. Die Getränke kommen aus der Region, es gibt essbare Eisbecher und -löffel. Schwan kümmert sich um die Gäste, Boxhorn steht in der Küche und an der Bar. Kulinarisch geht das Angebot in Richtung Bistro, sprich kleinere Gerichte wie Wraps oder Panini.

Weitere Pläne haben die beiden auch schon. Das Angebot für Kinder soll ausgebaut werden. „Wir möchten Motto-Tage anbieten“, erklärt Boxhorn. So soll es beispielsweise Prinzessinnen- oder Piratentage geben. Auch eine Mini-Disco ist angedacht. Der „normale“ Cafébetrieb soll währendessen aber weiterlaufen. Schließlich sollen im Maisis nicht nur Familien eine schöne Zeit verbringen können, sondern jeder, der möchte.

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