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Zwei Windräder gibt es im Landkreis: eines auf Mammendorfer, eines auf Maisacher Flur. 

Bebauungsplan statt 10H

Maisach prüft neue Windrad-Standorte

Kann auf Maisacher Flur noch ein Windrad gebaut werden? Das lässt der Gemeinderat nun untersuchen. Klar ist: Das Projekt wäre nur möglich, wenn die 10H-Abstandsregelung mit einem Bebauungsplan unterlaufen wird. Letztlich entscheiden sollen dann die Bürger.

Maisach– „Wir könnten uns alle hinter der 10H-Regel verstecken“, sagte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) im Gemeinderat. Die vom Freistaat festgesetzte Vorgabe bedeutet, dass bei den etwa 200 Meter hohen Anlagen ein Abstand von 2000 Metern (das Zehnfache der Anlagenhöhe) zur Wohnbebauung gesichert sein muss. Würde das berücksichtigt, wäre auf Maisacher Flur kein Windrad mehr möglich. Dann wäre im ganzen Landkreis nur noch eine Fläche bei Jesenwang denkbar. „Und dann wären die Bürger zufrieden, die Politik hätte keinen Stress“, so Seidl. Doch so einfach dürfe man es sich mit Blick auf die notwendige Energiewende nicht machen.

Jede Gemeinde kann die 10-H-Regel einem Bebauungsplan unterlaufen: Sie setzt also selbst fest, dass der Abstand zur nächsten Wohnbebauung geringer sein darf. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, dass ein Fachbüro prüfen soll, wo auf Maisacher Flur ein Windrad überhaupt noch möglich wäre. Die Experten sollen den am besten geeigneten Windrad-Standort bestimmen, der am weitesten weg von einer Wohnbebauung ist. Sicher ist, dass der Abstand sich zwischen 800 und 900 Metern einpendeln würde.

Seidl will (im Gegensatz zum Teilflächennutzungsplan des Landkreises) keine Unterschiede zwischen der Form der Bebauung machen. Ob einzelnes Haus, zusammenhängendes Wohngebiet oder Hof im Außenbereich: Aus Gründen der Gerechtigkeit müsse man alle gleich behandeln.

Der Gemeinderat solle dann entscheiden, ob der Abstand und Standort akzeptabel sei, so der Rathauschef. Zum Schluss sei der Bürger gefragt: „Wenn die Mehrheit gegen ein Windrad ist, wird es nicht gebaut.“ Er sei der Meinung, dass nicht die Politik das Ende der Debatte beschließen solle, sondern der Bürger. Die finale Entscheidung, ob das Windrad gebaut wird, solle in einer Bürgerversammlung getroffen werden.

Gegen die Untersuchung stimmte nur Josef Strauß (CSU). Nach seinen Informationen sei ein Windrad nur bei Rottbach möglich. „Das will ich den Menschen dort nicht zumuten.“ Wenngleich Strauß sagte, die Ablehnung im Brucker Stadtteil Puch sei „total übertrieben“. Dort hatte man gegen ein Windrad gekämpft – wegen der Nähe zum Kirchturm und zu einem Pilgerweg. (zag)

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