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Hier könnte ein Windrad entstehen - Anlage wäre höher als die bestehenden

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Von: Andreas Daschner

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Die in Frage kommende Fläche bei Prack.
Die in Frage kommende Konzentrations-Fläche bei Prack. © Gemeinde Maisach

Eine Nabenhöhe von 180 Metern, ein Rotordurchmesser von 110 Metern und 850 Meter Abstand zur nächsten Bebauung: So soll das Windrad aussehen, das die Gemeinde Maisach nördlich von Rottbach aufstellen will.

Rottbach – Lange hatte sich Bürgermeister Hans Seidl über das geplante Windrad in Schweigen gehüllt. Der Maisacher Rathauschef wollte die betroffenen Bürger direkt über das Vorhaben informieren. Das hat er nun bei der Bürgerversammlung für die Ortsteile Überacker und Rottbach getan. Vor rund 60 Zuhörern warb er für die Windkraftanlage, die zur Versorgungssicherheit Maisachs einen entscheidenden Beitrag leisten soll.

Windrad Rottbach: Die Abstände

Noch wird es allerdings dauern, bis sich der Rotor im Wind dreht. Bislang liegt ein Gutachten über den Windertrag vor, weitere Untersuchungen unter anderem zum Arten- und Naturschutz stehen aber noch aus. Ein Zeitplan sei seriös nicht darstellbar, sagte Seidl. Klar sei nur: „Sobald alle Grundstücksangelegenheiten erledigt sind, wird der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen.“

Dieser wird nötig, weil das Windrad in keiner Himmelsrichtung die 10H-Regel einhalten wird. Die Abstände: zum Ortsrand Rottbach 1000 Meter, zum Ortsrand Deisenhofen 930 Meter, zu Kuchenried 1600 Meter, zu Dürabuch 1200 Meter, zu Prack 850 Meter, zum Anwesen nach Einsbach 1250 Meter und zum Zötzelhof 1520 Meter.

Warum man die Anlage in so einen beengten Bereich stellen müsse, wollte einer der Bürger wissen. Er verwies auf die Stadt München, die sich an einem Windpark in Norwegen beteiligt. Für Seidl aber ist das keine Alternative. „Das Thema hat die Regierung beim Gas wohl auch so gesehen“, sagte der Rathauschef mit Blick auf die Gasabhängigkeit Deutschlands von Russland. Die Unabhängigkeit, die ein Windrad auf eigener Flur mit sich brächte, „macht uns ein Stück weit unverwundbar“.

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Das Projekt habe nichts mit Prestige zu tun. „Der Gemeinderat beschließt das nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil es notwendig ist“, sagte Seidl. Maisach müsse bei der Versorgung – auch der Gewerbebetriebe – so regional wie möglich werden. Nur so könne man eine bezahlbare Versorgung gewährleisten. Mit Photovoltaik und Windkraft könne die Gemeinde sich zu 80 bis 85 Prozent selbst versorgen.

Und: „Alle Anlagen, die wir planen, können zurückgebaut werden und hinterlassen keine Altlasten, wenn es in 30 Jahren vielleicht mal andere Möglichkeiten der Energiegewinnung gibt.“ Derzeit sei der Ausbau der Windkraft aber alternativlos, so Seidl.

Windrad Rottbach: Mehrere Info-Veranstaltungen

Wichtig ist dem Rathauschef, dass die Bürger auf den Planungsweg mitgenommen werden. „Wenn wir die Bevölkerung nicht für die Maßnahmen zum Klimaschutz gewinnen, werden wir alle gemeinsam scheitern.“ Aus diesem Grund seien mindestens drei Informationsveranstaltungen geplant – die erste bereits vor dem Aufstellungsbeschluss im Gemeinderat.

Zwischen den beiden öffentlichen Auslegungen des Planentwurfs und vor Baubeginn der Anlage sind weitere Veranstaltungen geplant. Zudem soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass sich die Bürger an der Windkraftanlage finanziell beteiligen. Die erzielbare Rendite ist aber noch unklar.

Das Windrad wäre deutlich höher als die beiden bei Malching und Mammendorf (Nabenhöhe je knapp 140 Meter) stehenden Anlagen. Mit der Höhe würde sich die Effizienz aber erheblich steigern.

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