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So sieht das Schild aus: Es kann beim Freistaat für barrierefreie Gebäude beantragt werden.

Antrag der Freien Wähler

Schild als Schildbürgerstreich?

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„Bayern barrierefrei – Wir sind dabei“: So heißt ein Signet, das die Staatsregierung auf Antrag vergibt. Die Gemeinde Maisach macht aber nicht mit.

Maisach – Wer ein Gebäude für ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern, Menschen mit Seh- und/oder körperlicher Einschränkung ohne Hindernisse zugänglich macht, darf ein Schild anbringen. Die Freien Wähler (FW) Maisach wollten, dass sich die Gemeinde mit ihren kommunalen Gebäuden um das Signet bewirbt. Der Antrag fiel durch – wieder einmal nach einem Streit zwischen FW-Fraktionschef Gottfried Obermair und Bürgermeister Hans Seidl (CSU).

„Ich bin für Barrierefreiheit“, sagte der Rathauschef im Gemeinderat. „Was mich aber ärgert: Der Freistaat hängt sein Schild hin, obwohl er nichts zahlt.“ In Maisach sei der Gedanke der Barrierefreiheit „so tief verwurzelt, dass es kein Schild braucht“.

Alfons Strähhuber (SPD) stimmte Seidl zu: „Wir machen die Arbeit, aber der Freistaat steht dann auf dem Schild.“ Peter Aust (Unabhängige Bürger) witzelte, dass man vielleicht die Aufschrift ändern könne: in „Maisach barrierefrei“, und darunter möglichst das Maisacher Wappen. Ursula Gessner (Grüne) betonte: „Es versteht sich doch von selbst, dass wir ein neues Gebäude barrierefrei bauen.“

Obermair war sauer, vor allem auf den Rathauschef. „Der Antrag ist Ihnen zwider, weil er von uns kommt“, sagte er. „So ist das, wenn die Falschen die richtigen Anträge stellen.“ Seidl konterte, es gehe nicht darum, wer einen Antrag stelle. „Wir sind an der Sache orientiert. Wir wollen Menschen helfen – und nicht Marketing machen.“ Dritte Bürgermeisterin Waldtraut Wellenstein (SPD) erinnerte daran, dass der Behindertenbeirat eine Broschüre erarbeitet habe. Darin seien Gebäude im Ort und ihre Zugänglichkeit aufgelistet. Dieses Heft habe die Gemeinde mit 3000 Euro bezuschusst. „Das ist hilfreich und sinnvoll für die Betroffenen.“

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