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Ehrenamtliche auf Patrouille: Maisach bekommt eine Sicherheitswacht

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Von: Helga Zagermann

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Sicherheitswacht
Maisach bekommt eine Sicherheitswacht. © Sven Rieber

Auch in Maisach gibt es bald eine Sicherheitswacht: Ehrenamtliche, die an Seen, Bahnhöfen und auf Plätzen nach dem Rechten sehen – und im Notfall die Polizei rufen. So sollen präventiv Delikte verhindert werden.

Maisach – Das Modellprojekt geht von der Polizei in Olching aus und schließt neben Olching und Maisach auch Karlsfeld (Kreis Dachau) ein. Nach dem Olchinger Stadt- und dem Karlsfelder Gemeinderat hat nun auch das Gremium in Maisach zugestimmt. Das Projekt läuft vorerst für ein Jahr. Nach einem halben Jahr erfolgt ein Zwischenbericht, nach neun Monaten wird entschieden, ob und wie es weitergeht.

Keine Ersatzpolizei

Die Polizisten Martin Hofmann und Alexander Lell stellten die Sicherheitswacht im Gemeinderat vor. „Das ist keine Ersatzpolizei“, sagte Hofmann. Vielmehr würden die Ehrenamtlichen – sie sollen zwischen 18 und 62 Jahre alt sein und erhalten eine steuerfreie Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde – „eine der edelsten Aufgaben der Polizei übernehmen: die Prävention“. Dadurch, dass die Sicherheitswacht in Uniform unterwegs sei, könne man Delikte bereits im Ansatz verhindern, etwa nächtliche Ruhestörung an einem See: Wenn Feierende sehen, dass sie im Blick behalten werden, würden sie sich eher am Riemen reißen. „Das bloße Hinschauen bringt schon ganz viel“, betonte Hofmann. Zumindest habe man in anderen Orten nur gute Erfahrungen gemacht. Auch von der Bevölkerung werde die Wacht gut angenommen – sie verstärke das Gefühl der Sicherheit, auch wenn „Maisach eine sehr sichere Gemeinde ist“.

Recht, vom Platz zu verweisen

Die Ehrenamtlichen werden von der Polizei ausgesucht und in 40 Lehreinheiten ausgebildet, etwa in gewaltfreier Kommunikation, Ortsrecht und Erster Hilfe. Sie sind nicht alleine unterwegs, haben zur Notwehr ein Pfefferspray dabei und sind per Funk mit der Polizei verbunden. Sie dürfen das „Jedermannsrecht“ ausüben, das übrigens jedem Bürger zusteht: Wenn sie jemanden auf frischer Tat bei einem Delikt ertappen, dürfen sie denjenigen festhalten, bis die Polizei kommt.

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Die Sicherheitswachtler dürfen darüber hinaus Personalien erheben und an die Polizei weitergeben, Menschen auf der Straße befragen und Platzverweise erteilen. Der Dienst wird vom Staat bezahlt, den Kommunen entstehen keine Kosten.

Nur auf öffentlichen Flächen

Lell und Hofmann sehen die Sicherheitswacht vor allem als Backup für die Polizei: „Wir können nicht überall sein.“ Vor allem für Präventionsarbeit haben die Beamten kaum mehr Zeit. Im Zweifelsfall sei für die öffentliche Sicherheit aber immer die Polizei zuständig.

Wichtig ist, dass die Sicherheitswachtler nur auf öffentlichen Flächen unterwegs sind. Sie ersetzen keine Securityleute etwa bei Veranstaltungen. Hofmann betonte: „Wir suchen keine Rambos und keine Hilfssheriffs, sondern ganz normale Leute, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen.“ Ab nächster Woche wolle man offensiv nach Ehrenamtlichen suchen. Für Olching und Maisach zusammen wünsche er sich 14 bis 16 Engagierte.

In Maisach sollen sie an den drei Bahnhöfen nach dem Rechten sehen. Vor allem am Bahnhof in Malching kommt es derzeit häufig zu Vermüllung und Vandalismus. Wann und wo die Ehrenamtlichen eingesetzt werden, wird in Absprache mit dem gemeindlichen Ordnungsamt festgelegt.

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