10 000 Euro Startkapital

Maisach sucht Sozialarbeiter für Schulen

An der Maisacher und Gernlindner Grundschule wird ein Sozialarbeiter gebraucht. Wie das organisiert und finanziert werden könnte, darüber zerbrechen sich die Verantwortlichen gerade die Köpfe. Der Gemeinderat hat zumindest schon einmal 10 000 Euro für den Start bewilligt.

Maisach – Schon im Mai des vergangenen Jahres war der Bedarf vom Gemeinderat fraktionsübergreifend festgehalten worden. Schulleitung, Kollegium und Elternbeirat der Maisacher Schule hatten die fachliche Unterstützung bei der Kommune beantragt. Die Probleme im sozialen Miteinander der Kinder könnten von den Lehrern nicht mehr allein bewältigt werden. Es komme vermehrt zu aggressivem Verhalten, zudem erschweren Konflikte in der Familie, Leistungsdruck und Sprachschwierigkeiten das Zusammenleben in der Schule und das Lernen.

Immer mehr auffällige Kinder

In den Beratungen für den Haushalt des laufenden Jahres (siehe Kasten) kam das Thema wieder auf. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) beantragte, für beide Schulen insgesamt 10 000 Euro für die benötigte pädagogische Unterstützung freizugeben – der gesamte Gemeinderat stimmte zu. Es gebe einfach immer mehr Verhaltensauffälligkeiten, erklärte Seidl, und zwar nicht bei Mädchen und Buben mit Migrationshintergrund.

Die 10 000 Euro sollen ab dem neuen Schuljahr, also ab September, für Härtefälle verwendet werden. Zudem dafür, dass die beiden Pädagogen des Jugendzentrums zusammen mit den verantwortlichen der Schulen klären, wo ein Einsatz nötig ist und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt. „Das Geld ist zur Überbrückung bis zum Ende des ersten Halbjahrs gedacht“, erklärt Bürgermeister Seidl auf Tagblatt-Nachfrage. Spätestens im März 2018 wolle man entscheiden, wie die Schulsozialarbeit künftig geregelt wird – vielleicht angebunden an das örtliche Jugendzentrum, vielleicht aber eingebunden in den dann in Maisach startenden Familienstützpunkt des Landkreises. Familienstützpunkte sind Anlauf- und Kontaktstellen für alle Familien.

Migrationsanteil zu gering für Förderung

Das generelle Problem ist: Damit die Schulsozialarbeit staatlich gefördert wird, muss der Migrationsanteil unter den Schülern bei mindestens 20 Prozent liegen. An der Maisacher Grundschule sind es derzeit 16 Prozent. „Es schaut nicht danach aus, dass wir die 20-Prozent-Schwelle in den nächsten zwei Jahren überspringen“, so Bürgermeister Seidl. An der Gernlindner Schule sind es momentan etwa 14 Prozent.

Das heißt, staatliche Zuschüsse gibt es nicht. Also muss die Gemeinde die Fachkraft entweder alleine zahlen (eine pädagogische Vollzeitstelle würde jährlich mindestens 62 000 Euro kosten) oder man überlegt sich andere Modelle. Und das geschieht gerade. Der Gemeinderat soll bald wieder informiert werden. (zag)

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