Ein Blaulicht auf einem Feuerwehrauto mit entsprechendem Schriftzug.
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Die Feuerwehr muss einsatzfähig sein.

Maisach

Vier Feuerwehrautos bestellt – und gespart

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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In einer Kooperation mit drei anderen Kommunen hat Maisach ein neues Drehleiterfahrzeug für die Feuerwehr bestellt. Die Zusammenarbeit hat allen Orten Geld gespart.

Maisach – Die Feuerwehr in Maisach braucht ein neues Drehleiterfahrzeug. Das steht seit einer Zeit fest. Leonhard Hainzinger (CSU), der Feuerwehrreferent im Gemeinderat, sagte jüngst in der Sitzung: „Die Ehrenamtlichen brauchen eine neue Leiter, um sicher in die Höhe fahren zu können.“ Zuletzt hatte es dabei öfter Probleme gegeben. Kommandant Andreas Müller, der als Zuhörer die Gemeinderatssitzung verfolgte, nickte bestätigend.

Das jetzige Drehleiterfahrzeug der Maisacher Wehr wurde 1994 gekauft. Es ist also seit 26 Jahren im Einsatz. Mittlerweile häufen sich Schäden und Verschleiß an Bauteilen, Ersatzteile sind immer schwieriger zu bekommen. Eine große Wartung 2014 kostete 60 000 Euro. Seitdem summieren sich die Reparaturkosten. Im Einsatz wackelt die Leiter, es kommt zu Unterbrechungen im Einsatzablauf.

Mit der Ausschreibung für das neue Fahrzeug wollte die Gemeinde neue Wege gehen: durch eine Kooperation mit anderen Gemeinden oder Städten, die auch ein neues Drehleiterfahrzeug brauchen. Sehr schnell kam der Kontakt zu Gröbenzell zustande. Gröbenzell und Maisach sind Mitglied in der Westallianz, einem Verbund von Kommunen im Westen Münchens. Dann ergab sich, dass auch die Feuerwehr Puchheim-Bahnhof ein neues Drehleiterfahrzeug benötigt. Der Dritte im Bunde war gefunden. Und schließlich stieß auch noch Petershausen (Kreis Dachau) dazu.

Vorteil eines gemeinsamen Verfahrens ist, dass zusammen ein Förderantrag an den Freistaat gestellt wird – und dieser, weil er dadurch weniger Arbeit hat, seinen Zuschuss um zehn Prozent erhöht. Gröbenzell übernahm die Koordination des Projekts, bei dem vier baugleiche Fahrgestelle bestellt werden und dazu jeweils ortsgemäß nach Wunsch die Beladung für die Feuerwehr.

Rathaus-Amtsleiter Peter Eberlein betonte im Gemeinderat, dass sich der neue Weg gelohnt habe. Nicht nur dadurch, dass es einen höheren Zuschuss gebe, sondern auch dadurch, dass der Hersteller des Gestells für die insgesamt vier Gestelle „einen sehr guten Preis“ gemacht habe.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) berichtete auf Tagblatt-Nachfrage, dass man sehr schnell mit den anderen Kommunen und Kommandanten einen Konsens gefunden habe. Sein Fazit zum Vorgehen: „Das rentiert sich.“ Die Gemeinde Maisach habe sich durch die Zusammenarbeit mit den drei Kommunen wohl 50 000 bis 60 000 Euro gespart.

Seines Wissens nach, so Seidl, der auch Sprecher der Bürgermeister im Landkreis ist, sei eine solche interkommunale Bestell-Kooperation erstmals im Landkreis Fürstenfeldbruck durchgezogen worden. Er empfehle die Nachahmung.

Das Fahrzeug an sich wird rund 730 000 Euro kosten. 30 000 Euro kommen für die Beladung hinzu. Für Unvorhergesehenes im Laufe der Auftragsbearbeitung hat man noch eine Reserve von 10 000 Euro. So wird zum Beispiel eine Abnahme am Ort des Herstellers nötig werden – dadurch entstehen Fahrtkosten. Zudem sind noch 2000 Euro für die Funktechnik in der Reserve enthalten.

Für das neue Fahrzeug waren im Haushalt der Gemeinde Maisach 800 000 Euro eingeplant. Jetzt werden es maximal 770 000 Euro. Von der Regierung von Oberbayern wurde ein Zuschuss von rund 250 000 Euro bewilligt.

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