Gemeinde wirbt um Mediziner

Maisach will mehr Fachärzte

Maisach – Viele Bürger wünschen sich mehr Fachärzte in Maisach. Ihnen fehlt zum Beispiel ein Augen- und ein Kinderarzt, ein Orthopäde und ein Neurologe.

Rechtlich kann die Gemeindeverwaltung nichts tun, um die Mediziner in den Ort zu locken. Aber sie will zumindest die Werbetrommel rühren. Schließlich baut man im neuen Ortszentrum gerade auch ein Ärztehaus. Und vielleicht, so die Hoffnung des Gemeinderats, will der ein oder andere Arzt wenigstens eine Filialpraxis in Maisach eröffnen.

Silvia Heitmeir (CSU), Referentin für Soziales und Senioren, hatte beantragt, dass sich der Gemeinderat mit dem Thema auseinandersetzt. Sie werde immer wieder von Betroffenen angesprochen: Es sei für Mütter mit kleinen Kindern und für Senioren schwierig, für einen Besuch beim Facharzt immer nach Fürstenfeldbruck, Olching oder Gröbenzell fahren zu müssen. Daher wollte Heitmeir geprüft wissen, ob die Gemeinde Anreize schaffen kann, etwa in Form eines zinslosen Darlehens.

Rathaus-Amtsleiter Peter Eberlein berichtete, dass sich der Gemeinderat ja schon öfter mit der Sache beschäftigt habe. Das bisherige Ergebnis sei nach wie vor gültig: Für alle genannten Facharztgruppen besteht im Landkreis eine Überversorgung. Eberlein sprach von 140 Prozent. Daher gilt eine Zulassungssperre. Das heißt, es werden von der Kassenärztlichen Vereinigung keine weiteren Arztsitze genehmigt. Entscheidend ist der ganze Landkreis: Auch wenn in Maisach Fachärzte fehlen – im gesamten Planungsbereich gibt es genug.

Kein Arzt kann gezwungen werden, seine Praxis zu verlegen. Und einem neu zugelassenen Mediziner kann auch nicht vorgeschrieben werden, wo er sich niederlässt. Auch finanzielle Anreize seien nicht möglich, hieß es.

Die Gemeindeverwaltung hat nur eine Möglichkeit: Sie kann Fachärzte kontaktieren und sie darauf hinweisen, dass in Maisach Praxisräume zur Verfügung stehen und dass man Interesse hat. „Wir sollten aktiv auf Fachärzte zugehen“, sagte Bürgermeister Hans Seidl (CSU). „Das erhöht unsere Chancen.“ Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung einstimmig, auf Werbetour zu gehen. 

von Helga Zagermann

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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