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Großreinemachen und Reparaturen stehen für Michael Heck und seine Kollegen in der kalten Jahreszeit an.

Im Dezember im Freibad

Was macht ein Bademeister im Winter?

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Null Grad und eisiger Wind. Typisches Dezember-Wetter. Aber Michael Heck steht im Maisacher Freibad. Doch was macht der Schwimmbadleiter eigentlich von Mitte September bis Mitte Mai, bis wieder gekrault, gerutscht und geplantscht wird?

Maisach– Am letzten Tag der Sommerferien schließt das Maisacher Freibad. Und dann? Dann ist noch lange nicht Urlaub für Michael Heck, seit Mai 2015 Chef, und seinen Kollegen Najib Malguitou, der seit bald 30 Jahren im Bad arbeitet. Beide sind Ganzjahres-Vollzeitkräfte, obwohl die Saison nur vier Monate dauert. Und trotzdem könnten sie sogar noch Hilfe brauchen, denn im Sommer warten Überstunden in Hülle und Fülle auf sie. „Dieses Jahr haben wir beide einmal 34 Tage am Stück durchgearbeitet“, berichtet der 30-jährige Heck. Weil eben keine Teilzeitkräfte verfügbar waren. Insgesamt vier Aushilfen schieben sonst im Wechsel Wache an den beiden Becken.

Auf der anderen Seite sind die Überstunden auch nötig: „Jeder von uns beiden braucht etwa 600 Überstunden, um über den Winter zu kommen“, erklärt er. Denn natürlich ist im Herbst, Winter und Frühjahr nicht so viel zu tun wie im Sommer.

Aber immer noch genug. Wenn Heck Mitte September zusperrt, geht es erst einmal ans Aufräumen: Liegestühle und Sonnenschirme wegpacken, Rohrleitungen entleeren, Technik kontrollieren, Filter auseinanderbauen. Wasser aus dem Kinderbecken ablassen. Im Oktober geht es dann meist in den Urlaub – ins Warme.

Trotzdem hält immer einer die Stellung. Denn das Laub muss aus dem großen Becken gefischt werden. Der Edelstahlpool bleibt nämlich bis Mitte Februar gefüllt: Das tiefe Becken braucht den Gegendruck durch das Wasser. Wäre es leer, wären die Schäden nach dem Winter größer. Das Laub muss regelmäßig raus, erklärt Heck: „Sonst müssten wir im Februar große und schwere Blättermassen mit Eimern vom Beckenboden rausheben.“

Außerdem müssen Heck und Malguitou das Gelände kontrollieren (sie sind auch für den Heckenschnitt zuständig) und Präsenz zeigen. Sie wollen nicht, dass sich jemand unerlaubt auf dem Gelände rumtreibt oder gar ins Wasser springt. „Unser Wasser ist ab Herbst giftig“, erklärt Heck, „baden wäre sehr ungesund.“ Denn nach Ende der Saison werden Chemikalien ins Becken gekippt: Damit die Oberfläche nicht so leicht gefrieren kann (Eisläufer unerwünscht) und damit sich weniger Algen bilden.

Im Februar werden die Becken geputzt

Zum Jahresende hin erledigt Heck noch die Materialbestellungen fürs nächste Jahr und andere Büroarbeiten. Erst Mitte Februar wird dann langsam das Wasser aus dem Becken gelassen. Sobald man im Nichtschwimmerbereich den Boden sieht, wird dort mit dem Putzen angefangen. Dann arbeiten sich Heck und Malguitou mit sinkendem Wasserpegel in den tieferen Schwimmerbereich vor. Nach einer Woche ist alles sauber.

Das ist der Startschuss für den Metallbauer. Weil das Maisacher Edelstahlbecken – bei Inbetriebnahme 1985 das erste in Deutschland – in die Jahre gekommen ist, brauchte der Fachmann 2018 drei Wochen für die Reparaturen.

Das Becken ist auf Sand gebaut. So macht man das auch heute noch. Doch damals wurde Material verwendet, das Eisenpartikel enthält. Und die sorgen über die Jahre hinweg für Korrosion.

Schließlich wird ein zweites Mal die ganze Technik überprüft – im Winter könnte etwas kaputt gegangen sein. Bevor Anfang/Mitte April wieder Wasser eingelassen wird, wird das Becken gekehrt und saubergespritzt. Dann sind die gefüllten Becken zu kontrollieren: Läuft das System, ist alles dicht? Zum Schluss kommen Liegestühle und Sonnenschirme an ihren Platz, dazu kommt ein Check der Wasserrutsche. Dann nehmen sich Michael Heck und Najib Malguitou noch drei, vier freie Tage, bevor die Saison startet.

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