Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

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Beispielfoto Rettungseinsätze im Mittelmeer

Vor der lybischen Küste

Maisacher fährt aufs Mittelmeer, um Flüchtlinge zu retten

Über 100 Menschen auf einem kleinen Schlauchboot, kaum Wasser, wenig Verpflegung: Immer wieder geraten Flüchtlinge auf dem Mittelmeer in Seenot. Viele ertrinken. Manfred Brandl (53) will sich das nicht länger mit ansehen. 

Maisach – Der Maisacher ist ab 28. Juli rund zwei Wochen lang mit dem Kutter „Seefuchs“ der Hilfsorganisation „Sea-Eye“ unterwegs, um die verzweifelten Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

Die Flüchtlingsarbeit ist für Brandl nichts Neues.

Er arbeitet in Tutzing (Landkreis Starnberg) als Betreuer in einem BRK-Wohnheim für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Dort lernte er im Rahmen eines Projekts auch den Kapitän Sampo Widmann kennen, der sich bei Sea-Eye engagiert. Und so war der Weg Brandls zur Hilfsmission – es ist die mittlerweile sechste der Organisation – geebnet.

Brandl wird mit der „Seefuchs“ zehn bis 14 Tage lang vor der libyschen Küste unterwegs sein und Flüchtlinge unterstützen, die von Schleusern in Schlauchboote gesetzt und ihrem Schicksal überlassen werden. „Oft werden die Menschen ohne funktionierenden Motor aufs Mittelmeer geschickt“, sagt Brandl. „Und wenn der Motor funktioniert, wissen die Flüchtlinge nicht, wie man ihn bedient.“ Dazu kommen mangelnde Verpflegung und zu wenig Trinkwasser.

Vom Maritim Rescue- and Coordination Center (MRCC), der Seenotrettungsleitstelle in Rom, bekommen die Helfer mitgeteilt, wo sie eingreifen müssen. Sie versorgen die Menschen auf den Nussschalen und Schlauchbooten mit Wasser und Schwimmwesten. Aufs Boot können sie die verzweifelten Menschen aber nur in absoluten Notfällen nehmen. „Dafür ist der Kutter einfach nicht groß genug“, sagt Brandl.

Schwimmwesten, Sprit, Bootswartung und Verpflegung beschafft Sea-Eye mithilfe von Spenden. Die Reise zum Einsatzort tragen die Helfer selbst – oder im Fall des Maisachers der Arbeitgeber: „Das BRK in Starnberg finanziert mir die zwei Wochen“, erzählt er.

Brandls Familie – der Maisacher hat drei erwachsene Kinder – sieht den Hilfseinsatz mit gemischten Gefühlen. „Meine Frau und einer meiner Söhne haben ein bissl Angst um mich“, sagt Brandl. Die anderen beiden Söhne würden sein Vorhaben dagegen voll unterstützen.

Die Vorwürfe, dass er mit seiner Hilfe die Flüchtlinge verstärkt dazu animieren würde, nach Europa zu kommen, und dass er sich gar zum Helfershelfer der Schlepper machen würde, hat Brandl auch schon gehört. Diese Argumente kann er aber nicht nachvollziehen: „Die Schlepper würden die Menschen doch sowieso aufs Meer rausschicken.“ Einfach die Augen davor zu verschließen, würde da nicht helfen. „Wir können die Menschen, die unterwegs sind, doch nicht einfach ertrinken lassen.“ (ad)

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