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Das Herzstück von Maisach ist zwar schmuck, aber in die Jahre gekommen.

Was das kostet, steht in den Sternen

Maisachs Rathaus ist ein Sanierungsfall

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Für Bürgermeister Hans Seidl (CSU) ist sein Dienstsitz „eines der schönsten Rathäuser“ im Landkreis. Doch das Verwaltungsgebäude in Maisach ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Was das kostet, steht in den Sternen.

Maisach– Viel ist in der Gemeinde in den vergangenen Jahren neu- und umgebaut beziehungsweise saniert worden. Jetzt ist bald das Rathaus dran. Immer wieder war darüber geredet worden, dass dort etwas passieren muss. Aber erst wenn Großprojekte wie Südumfahrung und Ortsmitte abgeschlossen sind, ist Geld und Zeit für das Rathaus da.

Der Gemeinderat versuchte sich jüngst bei einer Sitzung zu einer ersten Annäherung. Fest steht, die Arbeiten beginnen an den Fenstern im Altbau und an denen der Westseite im Neubau. Sie werden ausgetauscht. Zugleich soll die Fassade des historischen Hauses einen neuen Anstrich bekommen, wie Bauamtsleiterin Michaela Meinhold dem Gremium erläuterte.

Sie und ihre Kollegen im Bauamt sind aber dermaßen ausgelastet, dass sie das Projekt nicht selbst steuern können. So entschied der Gemeinderat gegen drei Stimmen, die Koordinierung des Fensteraustausches an das Architektenbüro Winzinger aus Gröbenzell zu übergeben. Vor allem Alfons Strähhuber (SPD) hatte sich gegen diese Wahl ausgesprochen, er erinnere sich noch an die problematische Zusammenarbeit bei der Sanierung der Grundschule Gernlinden.

Meinhold und Seidl betonten aber, dass man zwei weitere Schulen während des Betriebs mit dem Büro erneuert und nur gute Erfahrungen gemacht habe. Auch im Rathaus müssten die Arbeiten während der Bauarbeiten weitergehen, ihrer Meinung nach sei das gewählte Büro auch in Hinsicht der Baustellenorganisation das richtige.

Doch mit den Fenstern ist es lange nicht getan. Der Brandschutz muss ertüchtigt werden: Es geht um Fluchtwege und Brandschutztüren. Zudem soll das Rathaus irgendwann barrierefrei sein: Dafür muss ein Aufzug eingebaut werden, gegebenenfalls ein zweites Treppenhaus. Alle Räume im Altbau brauchen neue Belichtung, neue Böden und einen neuen Anstrich.

Weil die Verwaltung wächst, fehlen Büros. Alle Kapazitäten sind mittlerweile erschöpft. Daher muss nachgedacht werden, wo Platz geschaffen werden kann: Indem man das Dachgeschoss des Neubaus ausbaut? Oder das Erdgeschoss-Gebäude erweitert oder neu baut? Mehr Mitarbeiter bedeutet auch, dass es größere (und neuere) WC-Anlagen braucht.

Seidl sagte dazu, das Rathaus sein in den 1990er-Jahren erweitert worden – „ohne sich Gedanken zu machen, wie Verwaltungsarbeit funktioniert“. Weil die Büros sich auf Alt- und Neubau verteilen, die Verbindung aber schwierig ist, müsse man immer „runter, rüber, rauf“. Es gelte, eine bessere Verflechtung der beiden Häuser zu schaffen.

Was das Ganze kostet, ist noch völlig unklar. „Vielleicht müssen wir wegen der hohen Summe europaweit ausschreiben“, sagte Meinhold. Der Rathauschef fügte hinzu, dass man zuerst die Brandschutz- und die energetische Sanierung umsetzen müsse. „Bei den anderen Sachen stehen wir nicht unter Zugzwang.“ Man werde noch sehen, in welchem Tempo und in welchen Abschnitten die Generalsanierung machbar sei.

Der Gemeinderat einigte sich auf Folgendes: Es wird ein Konzept für die Sanierung erstellt, dann sollen die Kosten geschätzt werden. Beides soll auch das Büro Winzinger übernehmen.

Ein weiteres Maisacher Mammutprojekt.

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