Größter Parkplatz Gernlindens

Maisacher Straße: Mehr Grün, weniger Parker

Die Maisacher Straße in Gernlinden soll grüner werden. Geplant ist die Schaffung von Bauminseln, die ein Beitrag zu Klimaschutz und Wohlgefühl sein sollen. 

Gernlinden – Aber nicht nur das – mit den Bäumen will die Gemeinde auch das exzessive Parken an der ehemaligen Staatsstraße einschränken.

„Die Maisacher Straße ist der größte Parkplatz von Gernlinden“, stellte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) im Gemeinderat fest. Autos, Wohnmobile und sogar Boots-Anhänger seien an der bis zu 8,50 Meter breiten Straße abgestellt – viele dauerhaft, so dass das Unkraut aus den Rinnsteinen wächst und nicht beseitigt werden kann, weil die Fahrzeuge im Weg stehen.

Im Etat sind 25 000 Euro für die Umgestaltung vorgesehen. Man hatte zunächst nur den Bereich um die Graf-Törring-Straße im Auge, doch Bauamtsleiterin Michaela Meinhold schlug jetzt vor, für den gesamten Verlauf ein Konzept zu erstellen. Damit man weiß, welche Stellen für Baumpflanzungen in Frage kommen, müsse eine Bestandsaufnahme aller Einfahrten gemacht werden. Da es sich um eine ehemalige Staatsstraße handelt, habe die Gemeinde keine Pläne, entgegnete Meinhold auf einen Einwand von Norman Dombo (SPD). Er hatte gemeint, Infos zu Einfahrten müssten doch vorliegen.

Michael Kappelmeir (FW) wollte die gesamte Maßnahme schieben. Der Umbau einer funktionstüchtigen Straße sei „keine Notwendigkeit“ – erst recht nicht, so lange an anderer Stelle in der Gemeinde Straßen auf die Sanierung warteten. Der Wunsch nach einer Begrünung war zwar auch in der Gernlindener Bürgerversammlung laut geworden, doch Gottfried Obermair (FW) konterte: „Manche Bürger wollen Bäume, andere wollen gute Straßen.“ Er forderte eine Prioritätenliste. Diese gebe es längst, erwiderte Seidl. „Wir wissen, welche Straßen in den nächsten fünf Jahren gemacht werden.“

Meinhold ergänzte, die Pflanzungen würden keine großen Umbauten erfordern. Es müssten nur entsprechende Flächen aus dem Asphalt ausgeschnitten werden.

Christine Wunderl (Grüne) erinnerte daran, dass Bäume als grüne Lunge unverzichtbar sind. Besonders da in Gernlinden in den vergangenen Jahren die stärkste Nachverdichtung in der ganzen Gemeinde stattgefunden hat. Dadurch sei viel Grün verloren gegangen, so Seidl.

Letztlich entschied sich der Gemeinderat einstimmig dafür, ein Konzept zur Gestaltung mit Grünflächen und Parkplätzen zu erstellen und ein Ingenieurbüro mit der Bestandsvermessung zu beauftragen. Ein Parkverbot für Wohnmobile und Dauerparker kam zur Sprache. Das Thema wurde jedoch nicht vertieft. (os)

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