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Kurz vor Weihnachten sollen die Ampeln auf der Gernlindner Autobrücke abgebaut werden. 

Ampeln kommen vorerst weg

Marode Brücke: Sanierung zieht sich hin

Gernlinden – Die Autobrücke über die Bahnstrecke in Gernlinden ist bald wieder beidseitig befahrbar. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die Bauarbeiten gehen 2017 weiter. Und auch damit ist es noch nicht getan.

Seit Mitte September steht Autofahrern zeitweise nur noch eine Spur zur Verfügung. Zwei Ampeln regeln in Stoßzeiten den Verkehr. So soll die Belastung auf den beiden maroden Stützpfeilern so gering wie möglich gehalten werden. Denn eine Brückenprüfung hatte gezeigt, dass tiefe Risse das Mauerwerk durchziehen, abbröckelnde Stückchen könnten auf die Bahnstrecke fallen. Die Ergebnisse einer genaueren Untersuchung Ende November liegen zwar noch nicht vor – aber eine erste Baumaßnahme steht schon fest: Um beide Stützpfeiler werden im oberen Bereich je zwölf Metallbänder gewickelt. So kann nichts mehr abbröckeln.

Die Arbeiten, für die die Bahnstrecke kurz gesperrt wird, sollen in der Nacht auf 22. Dezember durchgeführt werden. „Wenn die Schellen montiert sind, kann der Verkehr wieder auf beiden Spuren fließen“, sagte Bauamtsleiterin Michaela Meinhold im Gemeinderat. Die Sofortmaßnahme kostet rund 10 000 Euro.

Doch damit ist es längst nicht getan. Weil durch den Winterdienst Salz in die Brücke eindringt, muss das Bauwerk von oben abgedichtet werden. Daher werden im kommenden Jahr – wieder bei halbseitiger Sperrung – die Fahrbahn und die Gehwege saniert. Geschätzte Kosten: 470 000 Euro. Weil die Brücke komplett der Gemeinde Maisach gehört, gibt es keine Zuschüsse von der Bahn, erklärte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) auf Tagblatt-Nachfrage.

Meinhold betonte im Gemeinderat, dass die Stützen sonst in gutem Zustand seien, man müsse keine neuen Pfeiler bauen. Anders sieht es bei den Lagern aus, also an der Stelle, an der die Brücke auf den Pfeilern liegt. „Da brauchen wir neue“, erklärte sie. Und das wird ein größeres Projekt: Die Brücke muss ein bis zwei Zentimeter hochgehoben werden, um die neuen Lager einzubauen. Dafür muss die Bahnstrecke über mehrere Nächte hinweg gesperrt, die Stromleitungen müssen vom Netz genommen werden. Vorlaufzeit bei der Bahn für solche Sperrungen: zwei bis drei Jahre.

Was die neuen Lager kosten, ist derzeit völlig unklar, so Seidl: „Am teuersten wird aber die Streckensperrung mit der Stromabschaltung.“ Ob man die Bahn dann dazu bewegen kann, sich finanziell an dieser Generalsanierung zu beteiligen, wird derzeit geprüft. Bei einem Brückenneubau müsste der Konzern mitzahlen – das gibt das Eisenbahnkreuzungsgesetz vor. Bei einer Generalsanierung hofft die Gemeinde auf Verhandlungsspielraum. (zag)

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